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Familiengeschichte : Blick zurück weist den Weg nach vorn

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Familienverband der Kahlkes vor 82 Jahren gegründet / Treffen der Angehörigen einmal im Jahr

von
erstellt am 24.Dez.2013 | 08:01 Uhr

Viele Menschen interessieren sich für ihre Vorfahren. Familie Kahlke ist die Familienforschung und der Zusammenhalt sogar so wichtig, dass sie vor mehr als 75 Jahren einen Verein gründete, der heute noch existiert. Ihr Credo lautet: Eine Gesellschaft ohne Familien ist eine Gesellschaft ohne Zukunft, und jemand, der nicht weiß, woher er kommt, weiß nicht, wohin er geht.

Den Anfang machten die beiden Glückstädter Brüder Max und Walter Kahlke in jungen Jahren bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. „Sie sind damals mit dem Fahrrad oder der Bahn in den holsteinischen Elbmarschen, dem Herkunfts- und lange Zeit Hauptverbreitungsgebiet der Familie, von Ort zu Ort gefahren und haben in den alten Kirchenbüchern sowie Schuld- und Pfandprotokollen nach unserem Namen geforscht“, berichtet Claus Kahlke. „Bei den Bauern haben sie die alten Verträge eingesehen. Das war ein mühsames Unterfangen, denn kaum jemand hatte damals ein Auto oder Telefon, ganz zu schweigen von den modernen Kommunikationsmitteln, die uns heute zur Verfügung stehen.“

Bei dem Gründungstreffen 1931 kamen 250 Mitglieder auf dem alten Stammhof der Kahlkes in Neuendorf bei Elmshorn zusammen und riefen den Familienverband ins Leben. In der Folgezeit fanden drei weitere Zusammenkünfte statt, bevor die Aktivitäten aufgrund des Zweiten Weltkrieges in den Hintergrund traten. Erst 1981 ergriffen Maria Roden-Kahlke und Dr. Gerhard Kahlke die Initiative und luden erneut ein. „Ich habe mich sehr gefreut, als der Brief kam“, betont Claus Kahlke. „Mein Vater hatte viele Aufzeichnungen und Unterlagen über die Familie. Ich wusste, dass es den Verein gab. Außerdem konnte ich auf seine zahlreichen Bücher zurückgreifen, die sich mit den Holsteinischen Elbmarschen befassen.“ Die Familiengeschichte des Altenholzers kann über einen Zeitraum von rund 700 Jahren zurückverfolgt werden. Die urkundlich belegten Nachkommen des um 1520 geborenen Hermann Kahlke sind auf mittlerweile zwölf Ahnentafeln mit insgesamt mehreren hundert Mitgliedern, verzeichnet. Noch weiter zurück geht es sogar in einem Bericht eines Hamburger Priesters von 1376. Er spricht in den schwärzesten Tönen über die Zustände in den Elbmarschen und einen Volbart Coleke, der für eine Reihe von Überfällen auf reiche Hamburger Kaufleute und Geistliche verantwortlich war, um Lösegelder zu erpressen. „Heute könnte man sagen, er war der Räuberhauptmann“, sagt Claus Kahlke schmunzelnd. „Coleke ist die plattdeutsche Form von Caleke. Es sind auch noch andere Schreibweisen verbreitet.“ So gebe es auch Verwandtschaft, die sich mit „c“ oder ohne „h“, aber auch „ck“ schreibt.

Max und Walter Kahlke stießen bei ihren Recherchen auch auf das alte Familienwappen, unter dem ihre Vorfahren in den Kampf gezogen sind, um ihren Stand als freie Bauern zu wahren. „Große Feldherren oder berühmte Politiker hat es in unseren Reihen nicht gegeben“, weiß Claus Kahlke. „Sie brachten es überwiegend als freie Bauern zu Wohlstand und Ansehen.“ Heute gebe es zwar noch einige Landwirte, überwiegend würden sie jedoch andere Berufe ausüben.

Claus Kahlke engagiert sich vom Wiederbeginn 1981 an im Familienverband, dessen Vorsitzender er auch mehrere Jahre war. Der zweifache Vater suchte unter anderem nach den Nachkommen von Otto Kahlke und landete in Schweden. Dort heißt die Familie nun Scharffenberg-Kahlke. Es kam ein E-Mailkontakt zustande, und Claus Kahlke hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es zu einem persönlichen Treffen kommt. Nicht nur in Skandinavien, sondern auch in den USA sind Kahlkes gefunden worden. Rund 300 gibt es in Deutschland. Etwa 65 gehören zu dem Verein, der sich nach wie vor einmal im Jahr trifft. „Es ist stets sehr nett, aber man sieht zumeist dieselben Gesichter“, bedauert Claus Kahlke. „Wir werden zusammen langsam alt und können unseren Nachwuchs nicht so recht begeistern.“ Und dabei sei die Arbeit noch lange nicht abgeschlossen, da die bisherige Forschung sich überwiegend auf den Bereich der Elbmarschen und Dithmarschen konzentriert hätte. „Wenn jemand so heißt wie wir und neugierig geworden ist, würden wir uns sehr über ein Kennenlernen freuen.“

> Mehr zur Familie unter www.familienverband-kahlke.de.



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