Dirigent Prominent : Blaskonzert mit Mitklatsch-Garantie

Einst Musiker unter Ernst Mosch, gab  Freek Mestrini jetzt den Takt beim Schleiorchester an.
Einst Musiker unter Ernst Mosch, gab Freek Mestrini jetzt den Takt beim Schleiorchester an.

Das Schleiorchester Kappeln ist mit dem Ex-Egerländer Freek Mestrini aufgetreten und hat Blasmusik aus Böhmen und Mähren gespielt. Mestrini hat selbst viele Jahre unter Ernst Mosch bei den Egerländern gespielt.

shz.de von
05. November 2013, 06:02 Uhr

Fast ausverkauft war am Sonntagnachmittag die Stadthalle, als das Schleiorchester Kappeln zum Egerländer Konzert einlud. Unter der Leitung von Gastdirigent Freek Mestrini spielten die Musiker aus der Schleistadt einen gelungenen Mix aus böhmischer und mährischer Blasmusik. Unterhaltsam führte der Dirigent zwischen den Stücken das Publikum durch die Geschichte dieser Musik, die in den sechziger bis siebziger Jahren durch Ernst Mosch mit seinen Egerländern und Slavko Avsenik und seinen Original Oberkrainern geprägt wurde.

„Willkommen in der Eckernförder Philharmonie“, begrüßte Freek Mestrini das Publikum. Das Orchester brachte die Zuhörer mit „Gruß an Kiel“ zunächst in Stimmung, diese fielen dann auch prompt mitklatschend ein. Fehlen durfte auch nicht das aus zahlreichen Fernsehauftritten mit Ernst Mosch verbundene Stück „Gartenpolka“. Etwas Geschichte zum Stück folgte. Den wohl besten Live-Mitschnitt vom Anfang der 80er Jahre empfahl Mestrini seinen Zuschauern, sich unbedingt auf Youtube anzuschauen – altersbedingt dürfte er damit jedoch die meisten aus dem Publikum überfordert haben.

Es war nicht das erste Mal, dass der Niederländer Freek Mestrini mit den Schleimusikern auftrat. Er selbst hatte jahrelang unter Mosch bei den Egerländern gespielt und berichtete auch in den Musikpausen aus dieser Zeit. „Es ist für mich eine Herzensangelegenheit, diese vom Aussterben bedrohte Musik zu erhalten“, so der Dirigent, der genau aus diesem Grund zuvor mit den Schleimusikern einen zweitägigen Workshop veranstaltet hatte.

Es folgten Stücke wie „Walzer für meine Liebste“, die facettenreiche Polka „Gablonzer Perlen“ oder „Böhmischer Frühling“. In der „Zimmermann-Polka“ glänzten Vater und Sohn Stefan und Andreas Ehmer als Bariton- und Flügelhorn-Solisten.

„Mir hat es gefallen“, sagte Christian-Bjarne Hartwig aus Kappeln in der Pause, der Zehnjährige war an diesem Nachmittag der Jüngste unter den Zuhörern. Bunt gemischt ging es im Anschluss weiter, die „Laubener Schnellpolka“ von Kurt Gäble als Zugabe entlockte anhaltenden Beifall.

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