Bittere Absage und neue Kreuzfahrtpläne

porträt kühl 1

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24. Juli 2015, 09:22 Uhr

Das ist bitter: Die Scorpions kommen nicht nach Eckernförde. Nichts ist’s mit Wind of Change, Rock you like a Hurricane oder Send me an Angel, Klassiker, die immer noch um die Welt gehen und die den Südstrand zu einem Lichtermeer gemacht hätten. Erst nach Vertragsabschluss ist es zu einer Schieflage gekommen, die sich immer mehr zugespitzt hat: Hoher Aufwand und hohe Kosten für die Anpassung der mächtigen, für die Welttournee der Scorpions konzipierte Bühnenproduktion gepaart mit einem Vorverkauf, der bislang nicht durch die Decke schoss. Drei Wochen vor ultimo der Zeitpunkt für die Veranstalter, die Reißleine zu ziehen.

Große Stars wie Joe Cocker und Rod Stewart waren schon, Die Fantastischen Vier, Alphaville und Kim Wilde. Das ist eine Ansage. Die Scorpions hätten den Eckernförder Briefkopf als Festivalstadt zusätzlich veredelt, doch jetzt heißt es nach vorne zu schauen. Die Veranstalter aus Bremen sind nach dieser Absage alles andere als abgeneigt, es erneut mit Eckernförde zu versuchen. Dann allerdings mit einer schon im Vorfeld abgesicherten Produktion.

Mal sehen, welche große Nummer die Hanseaten 2016 aus dem Hut zaubern.

Man kann das eine zwar nicht mit dem anderen aufrechnen, aber ein kleiner Meilenstein war es schon, was sich da am vergangenen Montag vor Eckernförde abgespielt hat: Aus dem kleinen Fischer- und Seglerhafen ist unversehens ein Kreuzfahrthafen geworden. Die MS Albatros lag mit 803 Passagieren an Bord auf dem Weg ins Baltikum und nach Skandinavien auf Reede. Und die Allermeisten von ihnen haben sich tendern lassen, wie es in der Seemannssprache heißt. Das heißt, mit Beibooten die paar hundert Meter an den Museumssteg in den Eckernförder Binnenhafen schippern lassen. Mit so einer Resonanz war nicht unbedingt zu rechen, aber das aufklarende Wetter und der Sonnenschein machten die überwiegend älteren Passagieren unternehmungslustig. Gut gelaunt, erwartungsfroh und aufs Herzlichste empfangen waren sie bereit zur Erkundung des Ostseebades.

Ein voller Erfolg. Eckernförde hat seine Chance mit viel Herz und Charme genutzt und darf sich berechtigte Hoffnung machen, auch künftig Bestandteil der Routenpläne der Kreuzfahrtreedereien zu werden.

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