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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2017 | 03:21 Uhr

Expedition : Bis ans Ende des Lichts

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Polarforscher Arved Fuchs berichtet in der Stadthalle über seine spektakulären Expeditionen.

shz.de von
erstellt am 06.Nov.2015 | 06:39 Uhr

Der Polarforscher und Buchautor Arved Fuchs (62) lockte am Mittwochabend zahlreiche Besucher in die Stadthalle. Die Erwartungen waren hoch, denn Arved Fuchs ist bekannt dafür, seine Zuhörer auf Abenteuerreisen mitzunehmen. Kaum angefangen, ging es auf Expedition „Avanersuaq“. Vom grönländischen Qaanaaq aus ging es 800 Kilometer an der Nordwestküste Grönlands bis zum Humboldt-Gletscher. Bei so einer großen Expedition muss das gesamte Team stimmen – dazu gehören die Schlittenhunde und ein große Menge Vertrauen.

Die Eskimos Inughuit kennen und schätzen Arved Fuchs, der seit mehr als 30 Jahren das Gebiet erforscht. Seit mehreren Tausend Jahren leben sie in verstreuten Siedlungen rund 1000 Kilometer südlich des Nordpols und haben sich durch die Abgeschiedenheit und Isolation ihre Identität bewahren können. Einen Hundeschlitten zu bauen ist eine Kunst, die die Polareinwohner bestens beherrschen. Das Material und ihre Arbeitszeit werden bezahlt und am Ende der Expedition erhalten sie die Schlitten als Geschenk.

21 Hunde und drei Team-Mitglieder begleiteten Fuchs auf seiner Expedition. Ihre Hunde sind den Inughuit sehr nahe. Die starke Leistung der Tiere habe die Reise erst möglich gemacht, so Fuchs. Er erzählt von den Rudel-Mitgliedern, ihren Stärken und Schwächen. Schnell erobert Schlittenhund „Schlappi“ die Herzen der Zuhörer. Durch seine Tolpatschigkeit, Faulheit und Ängstlichkeit bringt er so manche Etappe der Reise in besondere Erinnerung.

Ein besonderer Freund der Expedition ist der Japaner Iqu, der ehemalige Seehundjäger stand mit Rat und Tat zur Seite. Es sind seine Ratschläge, die die Expedition sicherer machten.

Fuchs und seine Crew ließen sich auf dem Weg nach Norden von grönländischen Jägern begleiten, um sich den Weg um das Kap weisen zu lassen. Die eindrucksvolle Erzählkunst des Forschers lässt es zu, dass sich das Publikum in einer spartanischen Jagdhütte wiederfindet und fast ist es so, als rieche man die Ausdünstungen der trocknenden Eisbärenfellhosen oder des ewig lang über einem Bunsenbrenner weichgekochte Moschusochsenfleisch.

Die spannenden Erlebnisse auf den Weg zum Humboldt-Gletscher zeigen die große Herausforderung für Fuchs und seine Begleiter: Schwere Schneestürme, steile Gletscheranstiege und die Auswirkungen der globalen Erderwärmung erschwerten den Weg. Das Team musste einen Umweg nehmen – das Eis entlang der Küste war zu früh aufgebrochen. Der größte Gletscher der Insel, der Humboldt-Gletscher, zieht sich weiter zurück. Der Klimawandel macht sich auch hier bemerkbar und das Meereis schmilzt schneller als erwartet.

Die zweite Reise wurde stürmisch. Mit seinem Haikutter „Dagmar Aaen“ ging es auf die Spuren der historischen Lofotfischerei. Im Vordergrund dieser Winterreise stand die Nachhaltigkeit der Fischerei. Die Lofoten sind für die norwegischen Fischer seit Jahrhunderten ein Magnet, da riesige Züge von Kabeljau zu den Inseln ziehen, um zu laichen. Das Meer um die Lofoten ist bekannt für plötzlichen Nebel, heftige Orkane und gewaltige Gezeitenströme. Eindrucksvoll zeigte Fuchs die schwierige Arbeit, die dort auch heute noch getätigt wird.

Fasziniert begrüßen die Besucher in der Pause den Polarforscher am Büchertisch von Gerd Kieckbusch und Team. Ralf Brüggemann(57) war aus Kaltenkirchen angereist: „Ich habe große Hochachtung vor Arved Fuchs und seine Art zu berichten. Ich liebe die Landschaft, besonders die Lofoten, toll ist die Idee mit dem Büchertisch.“ Karin und Uli Mangold aus Eckernförde freuen sich auf den zweiten Teil des Vortrages: „Wir haben starke Erinnerungen an unsere Reise. Arved Fuchs erzählt so authentisch wie kein anderer. Es ist als wäre man dabei.“

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