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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 13:56 Uhr

Biogas : Biogasstrom perfekt nach Bedarf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Anlage am Standort Annenhof soll von 800 Kilowatt auf 3,8 Megawatt ausgebaut werden / Vorhaben wird in den Fraktionen beraten.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2016 | 06:59 Uhr

Neuwittenbek | Hendrik Buchenau, Gutsherr auf Gut Warleberg in der Gemeinde Neuwittenbek, möchte seine 2011 in Betrieb genommene Agrargasanlage am Standort Annenhof erweitern. Er rechnet dafür mit Investitionen von rund 2,5 Millionen Euro. Zurzeit erzeugt die Anlage mit je einem Blockheizkraftwerk (BHKW) mit 400 Kilowatt elektrischer Leistung an den Standorten Warleberg und Annenhof elektrische Energie, die ins Netz eingespeist wird, und Wärme, mit der die betriebseigenen Hähnchenmastställe, Getreidetrocknungsanlagen und Wohnungen beheizt werden. „An der erzeugten Gas- und Strommenge im Jahresverlauf wird sich nichts ändern“, erklärt Henrik Buchenau. Er möchte die Betriebszeiten ändern.

Statt von Erweiterung spricht er lieber von Flexibilisierung der Anlage. Es ist wirtschaftlicher für ihn, die Anlage statt wie derzeit 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche nur noch dann laufen zu lassen, wenn der Strom gut zu verkaufen ist. Etwa an fünf Tagen in der Woche morgens und abends. Die Situation mit dem derzeitigen Überangebot an Strom werde sich ändern, wenn die Atomkraftwerke vom Netz gehen, weiß er. Um mit Agrargas einen Ausgleich zu der von Schwankungen unterworfenen Stromerzeugung aus Solar- und Windenergie zu schaffen, fördert die Bunderegierung die Flexibilisierung der Anlagen im Rahmen des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) mit Prämien. Denn der Umbau ist mit sehr hohen Investitionen verbunden. Henrik Buchenau plant, die jetzige Anlage mit einer Leistung von insgesamt 800 Kilowatt auf 3,8 Megawatt zu verstärken, den BHKW an beiden Standorten Warleberg und Annenhof je eine 1500-Kilowatt-Anlage zur Seite zu stellen.

Um die erzeugte Wärme zu speichern, ist an beiden Standorten je ein Wärmespeicher für 1000 Kubikmeter Wasser mit einem Durchmesser von 17 Metern und einer Höhe von sechs Metern erforderlich. Am Standort Annenhof sind zudem zwei Gasspeicher für je 15  000 Kubikmeter Gas mit einer Höhe von 20 Metern und einem Durchmesser von 36 Metern und weitere Güllebehälter oder eine mit einer Schwimmdecke abgedeckte Güllelagune vorgesehen. Die Anlage soll etwa zur Hälfte mit Hähnchenmist, Pferdemist, Gülle, Gras und zur Hälfte mit Mais betrieben werden. In der Bauausschusssitzung am Mittwoch stellte Henrik Buchenau die Pläne der Öffentlichkeit vor.

Den entsprechenden Antrag auf Erweiterung des Sondergebiets „Erneuerbare Energien“ wird er in Kürze bei der Gemeinde einreichen. Die Gemeindevertretung muss der dafür erforderlichen Änderung des Bebauungsplans zustimmen. Auf Vorschlag des Bauausschussvorsitzenden, Wilfried Johst (SPD), soll das Vorhaben zunächst in den Fraktionen beraten werden. „Die Pläne sind doch für viele recht neu“, sagte er. Die Mitglieder des Bauausschusses interessierten vor allem die Dimensionen, das Erscheinungsbild in der Landschaft und die Sicherheit der geplanten Anlage. Die von Bürgermeister Wilhelm Radbruch (WdGN) ins Spiel gebrachte Beheizung von Schule, Kita und Sporthalle in Neuwittenbek über die umgebaute Agrargasanlage dürfte kein Problem sein, erklärte Henrik Buchenau. Er kündigte an, sobald er mit der Überplanung der Anlage zum Abschluss gekommen sei, das Ganze noch einmal vorzustellen.





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