Biologische Vielfalt : Bio-Stadt Eckernförde

Immer mehr Menschen „verschottern“ ihre Vorgärten. Das ist zwar pflegeleicht, bietet Tieren aber keinen Lebensraum.
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Immer mehr Menschen „verschottern“ ihre Vorgärten. Das ist zwar pflegeleicht, bietet Tieren aber keinen Lebensraum.

Bürgermeister Jörg Sibbel hat den Vorsitz im Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ übernommen.

shz.de von
06. November 2018, 10:32 Uhr

Eckernförde | Bürgermeister Jörg Sibbel hat eine Aufgabe hinzubekommen: Er ist im Oktober zum Vorsitzenden des bundesweiten Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt“ gewählt worden. Der Zusammenschluss aus 152 naturschutzorientierten Kommunen in Form eines Vereins stärkt die Bedeutung von Natur im unmittelbaren Lebensumfeld des Menschen und rückt den Schutz der Biodiversität in den Blickpunkt. Ziel ist die Schaffung von hochwertigem Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Die Mitglieder gehen eine Selbstverpflichtung im Rahmen eines Dialog-Forums ein. Etwa dreimal im Jahr muss Jörg Sibbel terminliche Verpflichtungen in seinem Amt eingehen.

Bereits 2010 hatte der Eckernförder Umweltausschuss beschlossen, sich dem damals noch beabsichtigten Bündnis anzuschließen, 2012 war die Stadt schließlich mit 60 weiteren Kommunen Gründungsmitglied. „Es geht darum, gemeinsame Aktionen und Projekte zu entwickeln“, so Sibbel. Ein Projekt sei beispielsweise „Stadtgrün – artenreich und vielfältig“, bei dem ökologische Standards für die Bewirtschaftung öffentlicher Grünflächen entwickelt und regelmäßig ökologische Projekte ausgezeichnet werden. Neben vielen Großstädten gehören auch verschiedene Kommunen in Schleswig-Holstein dem Bündnis an, unter anderem Rendsburg, Büdelsdorf, Kiel, Eutin, Bad Oldesloe und Lübeck.

Als Jörg Sibbel das Bündnis im Umweltausschuss am Montagabend vorstellte, wollte Ausschussvorsitzende Petra Neumann (SPD) wissen, ob man das zunehmende „Verschottern“ von Vorgärten über eine städtische Vorschrift einschränken könne. „Wir gehen da mehr über Überzeugungsarbeit und nicht über Verbote und Vorschriften“, so Jörg Sibbel. Deshalb sei auch ein Vorgartenwettbewerb eingeführt worden. Beabsichtigt sei zudem, die Vorgaben von Bebauungsplänen noch stärker als bislang nach Klimaschutzzielen auszurichten.

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