Bewundernde Blicke und viele Geburten

porträt kühl 1

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03. Januar 2015, 06:16 Uhr

Größer hätte der Kontrast kaum sein können: Am Strand und auf der Promenade mehr hundert, dick eingepackte Zuschauer, zehn Meter entfernt und mutig ins Wasser stürmend 70 unerschrockene, abgehärtete und viel nackte, straffe Haut zeigende Kaltbader. Echte Kerle und „Kerlinnen“ – um ein solches, nicht dudenfähiges Unwort angesichts des imponierend hohen Mädchen- und Frauenanteils beim Eckernförder Neujahrsbaden einmal zu gebrauchen. Allein der Gedanken an den Sprung ins nur fünf Grad kalte Wasser reicht aus, um Gänsehaut zu erzeugen. Dass es offensichtlich immer mehr Menschen gibt,die sich überwinden können und sich hineinstürzen, verdient Respekt. Gepuscht werden die Winterbader mit Sicherheit durch das einmalige Gruppenerlebnis und die bewundernden Blicke der vielen Zuschauer – das verpflichtet und erlaubt kein Zurück. Nur überschätzen sollte sich auch niemand, denn der Schock eines eisigen Bades kann förmlich das Blut in den Adern gefrieren lassen und das Herz zu so manchem Galoppsprung veranlassen. Die Methode der allmählichen Abkühlung – Baden bei 20, 15, 10, 5 und vielleicht sogar 0 Grad –, erscheint da doch sehr angebracht.

Alle, die an Neujahr aktiv dabei waren, dürfte nach diesem Erlebnis im neuen Jahr so schnell nichts mehr schrecken.

Vielleicht hat Neujahrsbaby Käthe mit ihrer frühen Geburt am 1. Januar um 9.21 Uhr ja gleich ein Zeichen für einen Entbindungsboom auf der Eckernförder Geburtsstation gesetzt. Der Station, den Schwestern, Hebammen und Ärzten, der Klinik, Stadt und Region ist es nach dem Existenzkampf der vergangenen zwei Jahren wahrlich zu gönnen. Die 613 Entbindungen 2014 sind schon mal aller Ehren wert, und vielleicht geht ja noch mehr, wenn die Station in ruhigerem Fahrwasser wieder so richtig Fahrt aufnehmen kann. Die Klinikleitung ist gut beraten, diese dem Leben zugewandte Station weiter zu hegen und zu pflegen und durch betriebswirtschaftliche Quersubventionierung – wenn es geht – dauerhaft zu erhalten.

Im Moment sprudeln die Steuerquellen, geht es dem Kreis als alleinigem Gesellschafter finanziell gut. Da geht so etwas. Und das Miteinander von Geschäftsführung und ärztlicher Leitung funktioniert ebenfalls. In diesem Sinne darf es gerne weitergehen.

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