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Ratsversammlung : Bewegung in der Kino-Frage und beim Bahnhofskauf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Supermärkte Nord Vertriebs GmbH setzt weiter auf den Standort Gartenstraße. Stadt signalisiert Bahn erneut Kaufinteresse für das Bahnhofsgebäude.

von
erstellt am 31.Mai.2017 | 06:25 Uhr

Eckernförde | Der Bahnhof und die umliegenden Flächen sind offenbar wieder in den Fokus von Investoren für ein Kino und einen Verbrauchermarkt gerückt. Das deutete Bürgermeister Jörg Sibbel am Montagabend in der Ratsversammlung an. „Die Gespräche verlaufen gedeihlich“, ließ der Bürgermeister wissen, ohne allerdings konkreter werden zu wollen.

Die Supermärkte Nord Vertriebs GmbH dürfte zu seinen wichtigsten Verhandlungspartnern zählen. Das 2016 gegründete neue Gemeinschaftsunternehmen der Handelspartner Coop und Rewe betreibt mehr als 180 Sky- und Plaza-Märkte im Norden, unter anderem den Sky-Markt in der Gartenstraße. Wie mehrfach berichtet planen Coop und Rewe dort einen Neubau mit aufgesattelter Kino-Etage (sechs Säle, 680 Plätze). „Die Entwicklung dieses Projekts ist nach wie vor unsere erste Priorität“, sagte Coop-Vorstand Dierk Berner unserer Zeitung. Die zentrale Innenstadtlage sei „der beste Standort für den Einzelhandel und das Kino“, zugleich seien ein Nahversorger und ein Kino Frequenzbringer für die Innenstadt.

Als problematisch erweist sich allerdings die Erschließung und Zufahrt. Das Landesamt für Denkmalpflege hatte sein Veto gegen den geplanten Abriss einer der vier „Stadtvillen“, die sich ebenfalls in Coop-Besitz befinden, eingelegt. Ein weiterer Gesprächstermin solle zeitnah anberaumt werden, um Alternativen und bauliche Veränderungsmöglichkeiten zu erörtern. Den etwas weiter von der Innenstadt abgelegenen Standort am Bahnhof bezeichnete Berner für den Einzelhandel als „schwierig“. Gleichwohl werde man sich auch mit diesem Standort beschäftigen, falls es an der Gartenstraße zu große Beschränkungen geben sollte.

Für das großräumige Bahnhofsareal wird derzeit der Bebauungsplan Nr. 69 erarbeitet, in dem unter anderem auch ein Verbrauchermarkt und ein Kino als mögliche neue Nutzer vorgesehen sind. „Es gibt neue Möglichkeiten, das Projekt auch ohne Empfangsgebäude zu realisieren“, sagte Sibbel in der Ratsversammlung. Dafür käme der jetzige P+R-Parkplatz in Frage. Der Kappelner Architekt Gregor Sunder-Plassmann hatte dafür bereits in der Sitzung des Gestaltungsbeirats am 14. Dezember 2016 eine erste Studie vorgestellt. Bis zu einer möglichen Realisierung dürfte jedoch aufgrund der Komplexität der städtebaulichen Planung einige Zeit ins Land gehen. In jedem Fall, räumte der Bürgermeister am Rande der Ratsversammlung gegenüber unserer Zeitung ein, müssten vor einer Bebauung des Parkplatzes sämtliche gebührenfreie Parkplätze auf die andere Seite der Gleise an den Grünen Weg und aufs 3. Gleis verlegt werden.

In seinem Verwaltungsbericht führte der Bürgermeister ferner aus, dass die Stadt jetzt erneut an die Deutsche Bahn herangetreten sei, um das Bahnhofsgebäude zu kaufen. Die letzte Kaufpreisforderung der Bahn lag bei rund 900  000 Euro. Berechnungsgrundlage und Preistreiber war damals eine wirtschaftliche Weiternutzung des Gebäudes – das fiele jetzt weg, weil die Stadt die Empfangshalle abreißen und das Gelände in die Verfügungsmasse für die Gesamtplanung geben würde. „Wir sind nach wie vor an einem Erwerb interessiert und haben die Bahn um eine erneute Prüfung gebeten. Das Wertgutachten kann durch den Verzicht auf eine gewerbliche Nutzung so nicht mehr aufrecht erhalten werden“, ist Sibbel überzeugt.

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