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Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 00:34 Uhr

Bewegende Zeiten und das soziale Gewissen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 07.Nov.2014 | 10:21 Uhr

Der Aufstand der DDR-Bürger vor 25 Jahren gegen Mauer, Stacheldraht, Schießbefehl, Bevormundung, Unterdrückung und Spitzeltum beherrscht die Schlagzeilen des Wochenendes. Zurecht. Der sogenannte „Arbeiter- und Bauernstaat“ erwies sich als lupenreine SED-Diktatur mit hoher politischer Sprengkraft mitten in Europa. Zum Glück war Putin zu dieser Zeit nur ein kleiner KGB-Apparatschik. Der Arm des gegen jede Form offener und freiheitlicher Aktivitäten gepanzerten Regimes – mal von der legendären Freikörperkultur abgesehen –, reichte bis nach Eckernförde: „Partnerschaft und Begegnungen unerwünscht“ hieß es in den 60er Jahren, Eckernförde und Bützow mussten ihre Städtepartnerschaft auf Eis legen. Nach dem Mauerfall erinnerte sich Bützows Bürgermeister Lothar Stroppe des angenehmen Miteinanders, schickte ein Telegramm ins Rathaus und legte damit den Grundstein für die Wiederbelebung der Städtepartnerschaft. Es war spannend, diese Zeit mitzuerleben. Die Sparkasse, die Stadtverwaltung und andere leisteten intensive Aufbauhilfe Ost, Lehrer aus dem Osten lernten in Eckernförde das neue Schulsystem kennen. Erledigt. Die Verbindung wird jetzt getragen von privaten Kontakten und Begegnungen auf Vereinsebene.

Zwar alles auf Sparflamme, aber Bützow wird immer Teil der Eckernförder Geschichte bleiben – und umgekehrt.

In diesem Fall kann und muss man wirklich von einer Ära sprechen: Jürgen Anbuhl, das personifizierte soziale Gewissen des Gemeinnützigen Wohnungsunternehmens (GWU), gibt nach 26 Jahren den Vorstandsvorsitz ab. Insgesamt war der frühere Rektor der Integrierten Gesamtschule und langjährige Bürgervorsteher fast 35 Jahre im Vorstand aktiv.

Das GWU steht für die Grundversorgung der Bevölkerung mit Wohnraum. Rund 2400 sind es in Eckernförde, aber neuerdings auch in Gettorf und Kiel. In Anbuhls Ära fallen etliche Grundsatzentscheidungen wie die konsequente Sanierung und Aufwertung der überwiegend noch vor dem Zweiten Weltkrieg gebauten Wohnhäuser. Anbuhl hat beim GWU aber vor allem dafür gesorgt, dass der Zusatz „Gemeinnützig“ mehr ist als nur ein Relikt aus Gründerzeiten und schmückendes Beiwerk.

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