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Venedig-Fotos von Heinz Teufel : Bewegende Fotos und gewachsene Weltsichten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Eckernförder Fotograf Heinz Teufel und seine Venedig-Fotos stehen im Blickpunkt des 4. Fotogipfels in Oberstdorf. Teufel bildet nicht ab, er kreiert und inszeniert seine Sicht der Dinge.

Eckernförde | Der international renommierte Eckernförder Fotograf Heinz Teufel (67) hat die Lagunenstadt Venedig auf Fotos festgehalten. Fotos, die anders sind als die üblichen. Der Grund: Teufel bildet nicht nur in üblicher Manier ab, sondern gestaltet Lebenswelten. Bei ihm verschwimmen Wirklichkeiten, ergeben gleichwohl auf einer anderen – wenn man so will höheren -, naturwissenschaftlich-geistigen Ebene einen ganz neuen Sinn. Schule des Sehens nennt Teufel seine komplexe Sicht auf die Dinge dieser Welt , die „gestische Fotografie“, die Bewegung sichtbar macht, ist eines seiner Stilmittel.

Die Innovationen des Eckernförder Fotografen sind in Fachkreisen längst zum Markenzeichen geworden. Jetzt steht er im Fokus des 4. Oberstdorfer Fotogipfels und zeigt vom 9. bis 15. Juni im Kunsthaus Villa Jauss auf drei Stockwerken seine unnachahmlichen Venedig-Fotos. Für Teufel Ehre und Herausforderung zugleich. Und eine, die er auf seine Weise zu nutzen versteht. Teufel präsentiert nicht nur außergewöhnliche Fotos wie die aus Burano, einem kleinen Fischerdorf mit bunten Häusern, die er mit einem Art-Filter und PC-Programm im Großformat zu wahren Farbsymphonien macht. Daneben beschreibt er auf großformatigen Schrifttafeln auch seine philosophische Weltsicht, die neben der Fotografie auch mit Verantwortungsbewusstsein, Naturverständnis, Ästhetik und Qualität zu tun hat. „Ich denke, bei einem Festival über ‚den Menschen‘ sollten nicht nur sein Abbild, sein Elend und sein Glück thematisiert werden, sondern, als ergänzender Kontrapunkt verstanden, auch auf seine kulturelle Schöpferkraft hingewiesen werden. Venedig scheint über dem Wasser zu schweben. Diese Stadt steht, wie kaum eine andere, sinnbildlich für den kreativen schöpferischen Geist des Menschen“, sagt Teufel über die Oberstdorfer Ausstellung, für die ihm die Veranstalter alle Freiheiten eingeräumt haben. Denn sie wissen, welche Qualität sie bekommen, und Teufel ist dankbar für die Gelegenheit, die ihm wichtigen Dinge nicht nur via Bild, sondern auch in Textform zeigen zu können. Darin geht es um „Nachgedachtes“ und „Weltsichten“ aus seiner „Schule des Sehens“ und das „Geistige in der Fotografie“. Anspruchsvolle Texte basierend auf jahrzehntelanger Auseinandersetzung.

Hier einige Beispiele aus seiner „Schule des Sehens“:

>Aus „Nachgedachtes“: „Weiten wir unseren Horizont, empfindsam denkend können wir zu poetischen Wissenschaftlern werden, gestalten wir unseren geistigen Lebensraum auch mit den Mitteln der Fotografie.“

>Aus „Das „Geistige in der Fotografie“: „Die Fotografie spricht viele Sprachen. Ich habe dieses Medium erweitert, um philosophische Einsichten (...) In der ’Schule des Sehens’ stelle ich traditionelle und experimentelle Bildsprachen vor.

>Aus „Weltsichten“: „Die Grundlage meiner Arbeit als Künstler ist Empfindsamkeit, Empathie, die Reflexion von Wissen, in Verbindung mit Phantasie, Kreativität und Ratio. Ich bezeichne das als poetische Wissenschaft. Schaffen wir eine geistige, sinnliche Welt, kommunizieren wir mit Worten und fotografierten Bildern, verhalten wir uns dem Menschen würdig.“ (...) Natur braucht ungestörte Reviere, die wir Menschen nicht nutzen dürfen. Seit 1972 habe ich gefordert, dass Landschaften, dass Wälder, die der Mensch weltweit vernichtet hat, wieder regeneriert werden. (...) Seit vielen Jahren versuche ich, durch meine ’Schule des Sehens’, auf die Schönheit dieser Welt aufmerksam zu machen, diese naturwissend zu erklären, ich fordere Kultur und Natur – vereint – regional typisch zu gestalten, handle jeder selbstverantwortlich für sich und das Ganze.“

Teufels Botschaft: „Nicht der Mensch ist das Maß aller Dinge, wir müssen ein ökologisches Maß finden“. Es gehe in der individualisierten Welt zumeist um das „Ich“, nicht um das „Wir“.

Auch die in Hamburg erscheinende Zeitschrift „Paradiso“ widmet in ihrer neuen Ausgabe ausgiebig und mit vielen Fotos dem Venedig-Projekt des Eckernförder Fotografen.

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erstellt am 04.Jun.2016 | 06:50 Uhr

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