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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2017 | 05:16 Uhr

„Bewahren“ im Museum

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2013 | 00:36 Uhr

Unter dem beziehungsreichen Titel „Bewahren“ eröffnete Museumsleiter Dr. Uwe Beitz am Sonnabend die fünfte von sieben Sonderausstellungen in diesem Jahr. Susanne Juliette Koch und Cornelia Gutsche zeigen colorierte Graphiken, Objekte und Keramik bis zum 6. Oktober. Wie Anke Göttsch als stellvertretende Bürgervorsteherin in ihrer Begrüßung anmerkte, sei das Museum in besonderer Weise der passende Ausstellungsort für die beiden aktuellen Künstlerinnen. Nicht nur sie wollten Arbeiten zum Thema „Bewahren“ zeigen; das Museum selbst sei ein Ort des Bewahrens, des Sammelns – gegen das Vergessen.

In ihrer Einführung machte auch die Kunsthistorikerin Dr. Silke Ettling deutlich, dass ein Museum „ein Gefäß für historische Zusammenhänge“ sei – allerdings mit Lücken, Freiräumen, unbesetzten Flächen, eine „Collage mit Brüchen“, nur in Einzelteilen von Menschen gesammelt und archiviert – ganz im Sinne der beiden Künstlerinnen.

Was bewahrt Cornelia Gutsche in ihrem eigenen Bildarchiv? Straffe, sparsame Zeichnungen, zumeist einfarbig, die viel Raum lassen für das „Kopfkino“ des Betrachters – warum sitzt der „Stuhl-Mann“ abgewandt von der offenen Tür im leeren Raum? Und warum sind die Colorationen auf anderen Grafiken so farbarm, dass sie zwar dem Inhalt eine weitere Nuance hinzufügen – aber welchem Inhalt? Es sind keine Illustrationen, denn die „Geschichten“ muss der Betrachter erst noch selber finden. Aus den Bildern geht es hinüber zu Objekten. Hier lassen sich per Fußpedal aufgehängte Puppenbeine in Keisbewegung versetzen – ein Magnet für den Erforschungswillen der anwesenden männlichen Gäste…

Silke Ettling: „Die Offenheit der Werkstruktur wirft Fragen auf, die zu beantworten zunächst schwierig scheint. Doch ist es grade dieses Bildergleiten, das uns den Raum zum Weiterdenken lässt und uns zum Mitgestalten der Motivbeziehungen verlockt.“

Den zweiten Raum der Ausstellung hat Susanne Juliette Koch mit ihren Ausstellungsstücken bezogen – die Künstlerin aus Osterby ist vielen seit Jahren bekannt. Naturheilpflanzen, heilende Kräfte, Pflanzen als Gefäße für die Heilkraft der Natur. Hieraus ergeben sich für Susanne Koch Zeichnungen, Stickspuren, eine Hommage an die Biene. Die großen Früchte der rosa rugosa hat sie in Ton getaucht und gebrannt. Was blieb? Eine Reihe zerbrechlicher, anmutige Formen, die im Hohlraum die Erinnerung an rote große Hagebutten aufbewahren. Und dann die „Vorratshäuser“. Hohe rechteckige Gefäße mit Dach – der rechte Ort, um Kostbares aufzubewahren und auch selbst kostbar: mit märchenhaften Reliefs außen und einem schillernden, geheimnisvollen Innenleben.

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