jubiläum : Betreutes Wohnen ist sehr beliebt

Schätzen die Arbeit im Servicehaus: Bürgermeister Jörg Sibbel, Christian Neuer von Prelios Immobilien, Awo- Mitarbeiterin Christine Spölming, Servicehaus-Leiter Claus-Detlef Nielsen und Geschäftsführer der Awo Schleswig-Holstein, Michael Selck(v. l.).
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Schätzen die Arbeit im Servicehaus: Bürgermeister Jörg Sibbel, Christian Neuer von Prelios Immobilien, Awo- Mitarbeiterin Christine Spölming, Servicehaus-Leiter Claus-Detlef Nielsen und Geschäftsführer der Awo Schleswig-Holstein, Michael Selck(v. l.).

Das Awo-Servicehaus in der Reeperbahn bietet seit 20 Jahren Kurz- und Langzeitpflege an. Eine zweite Einrichtung in Eckernförde ist notwendig, denn die 72 Wohnungen sind vermietet und es liegen weitere 400 Anfragen vor.

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08. März 2014, 08:37 Uhr

„Die Nachfrage nach Wohnungen mit Betreuung ist in Eckernförde sehr groß“, sagte Michael Selck, Geschäftsführer der Awo Schleswig-Holstein, gestern auf dem Jubiläumsempfang der Einrichtung im Saal 71. Damit bezog er sich auf das Servicehaus an der Reeperbahn, das bereits seit 20 Jahren besteht. 72 altengerechte, öffentlich geförderte Wohnungen stehen dort zur Verfügung, und die sind alle vermietet.

Rund 400 Bewerbungen gibt es für die 72 Wohneinheiten, die Mitarbeiter erreichen fast täglich neue Anfragen. Die erste, die vor 20 Jahren in das Haus einzog, ist Herta Nabe. Die 89-Jährige wurde während eines Krankenhausaufenthaltes von einem Arzt auf das Angebot des betreuten Wohnens hingewiesen und nutzte die Gelegenheit, um sich eine Wohnung zu mieten. Bis heute hat sie ihre Entscheidung nicht bereut. „Ich fühle mich im Servicehaus wohl und bin mit der Betreuung sehr zufrieden“, sagt sie. Außerdem genießt sie die Gemeinschaft und die zahlreichen Freizeitangebote. Spielenachmittage, Gedächtnistraining, Handarbeiten oder die Jahreszeitenfeste sind nur einige der Aktivitäten, an denen die Bewohner teilnehmen können. Außerdem kommen Schüler und die Eckernförder Chorgemeinschaft zum Singen, und der Buchautor Klaus Fredi Funke erzählt regelmäßig Geschichten aus seiner Kindheit im Ruhrgebiet.

Mit 14 Mitarbeitern ist die Betreuung des Servicehauses gestartet – heute kümmern sich 43 Pflegekräfte um die älteren Menschen. Auch Christine Spölming war von Anfang an dabei und wurde gestern vom Leiter des Servicehauses Claus-Detlef Nielsen „geehrt“. Die Awo war die erste Einrichtung, die das moderne Konzept des betreuten Wohnens anbot. Mit Erfolg. Die Mieter können Kurzzeitpflege und vollstationäre Pflege in Anspruch nehmen. Wichtig dabei sei, betont Selck, dass sich die Menschen zu Hause fühlen und selbstbestimmt leben können. Außerdem sei es das Ziel, die Lebensqualität der Bewohner zu steigern und die Pflege an die Bedürfnisse der Betroffenen anzupassen – damit sie „würdevoll alt werden können“. Dass dies ermöglicht wird, macht Selck am Altersdurchschnitt der Mieter fest, der in den vergangenen zehn Jahren gestiegen ist – von 71 auf 80 Jahre. „Glückliche Menschen leben eben länger“, sagt er.

Selck erzählte außerdem, dass aufgrund der hohen Nachfrage bereits 2008 und 2009 jeweils ein Versuch für den Bau eines zweiten Servicehauses in Zusammenarbeit mit der Stadt Eckernförde gestartet worden sei – jedoch ohne Erfolg. Bürgermeister Jörg Sibbel versicherte, dass die Stadt „die Notwendigkeit für eine zweite Einrichtung sieht“. Ob es darüber in Zukunft Gespräche geben wird, bleibt abzuwarten.

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