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Ausgezeichnet : Besuch aus dem Wirtschaftsministerium

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Leiterin des Tourismusreferats Birgit Ehlers überreicht LTO-Urkunde und spricht über mögliche Fördermittel für eine Seebrücke.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2015 | 05:48 Uhr

Eckernförde | Es war nicht ihr erster Besuch in Eckernförde, aber ihr erster offizieller: Birgit Ehlers, Leiterin des Tourismusreferats im schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministerium war gestern zu Gast im Ostseebad und wurde von Bürgermeister Jörg Sibbel und dem Geschäftsführer der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH, Stefan Borgmann, durch die Stadt geführt. „Seit Anfang des Jahres leite ich das Referat und verschaffe mir nach und nach einen Überblick“, erzählte sie. „Immerhin entscheiden wir über ein erhebliches Maß an Fördermitteln. Und das tun wir nicht nach Aktenlage.“

Mit einer möglichen Hotelansiedlung am Exer und dem Bau einer Seebrücke als weiterem Baustein in der touristischen und städtebaulichen Entwicklung hatte das Trio auch gleich einen aktuellen Anknüpfungspunkt gefunden. „In den vergangenen zehn Jahren hat sich sich die Stadt stark entwickelt“, sagte Bürgermeister Jörg Sibbel und nannte als Beispiele die Modernisierung der Innenstadt mit Straßenausbau, Innenhafen, Promenaden, Ostsee Info-Center und Kleingolfanlage. „Mit 1,6 Millionen Tagesgästen sind wir eines der bedeutendsten Ausflugsziele in Schleswig-Holstein.“ Auch bei den Übernachtungen wachsen die Zahlen ständig. „Mittlerweile kann die Nachfrage nicht mehr befriedigt werden.“ Deshalb sei ein Hotelbau mit Seebrücke in der Diskussion. Und für die Seebrücke gibt es auch Fördergelder vom Land.

„60 Prozent der Kosten für eine Seebrücke können vom Wirtschaftsministerium gefördert werden“, so Birgit Ehlers. Eine Seebrücke werte einen Ort auf und sei ein Anziehungspunkt für Urlauber. Andere Städte wie St.-Peter-Ording würden zudem zeigen, dass eine attraktive öffentliche Infrastruktur sehr viele private Investitionen nach sich ziehe. „Möglicherweise könnte die Förderung auch 10 Prozent höher ausfallen, wenn sich der Bau in ein regionales Entwicklungskonzept einfügen lässt“, so Birgit Ehlers. Das ist für Stefan Borgmann ein gefundenes Fressen: „In dem Konzept unserer Lokalen Tourismusorganisation LTO steht eine Seebrücke drin.“ Birgit Ehlers lobte nach ihrem Besuch aber auch, dass sich nicht alles dem Tourismus unterordnen müsse: „Der Ort konzentriert sich nicht nur auf Besucher, sondern kümmert sich auch um die Interessen der Einwohner.“

Deshalb die Frage, an welchem Punkt dem Tourismus Genüge getan ist: Ab wann läuft man Gefahr, den gemütlichen Charakter dieser kleinen Stadt, der die Gäste anlockt, durch zu viele Touristen zu zerstören? „Natürlich gibt es auch negative Aspekte bei einem touristischen Ausbau wie zum Beispiel im Bereich der Verkehrsinfrastruktur und bei Parkplätzen“, erklärte Bürgermeister Jörg Sibbel. Deshalb hat die Verwaltung im Finanzausschuss eine Grundsatzfrage gestellt: Soll der Exer bleiben, wie er ist, oder soll dort ein Hotel gebaut werden? Der Ausschuss entschied sich für das Hotel, die Politik muss diesen Entschluss für eine erste Kurssetzung in der Ratsversammlung am 5. November noch bestätigen. Borgmann: „Die Rede ist ja nicht von Bettenburgen entlang der Promenade, sondern von einem Hotel.“ Sibbel lieferte Zahlen: „Eckernförde hat 22  000 Einwohner und 200  000 Übernachtungen, St.-Peter-Ording hat 5000 Einwohner und 2 Millionen Übernachtungen. So weit wollen wir nicht gehen.“ Dennoch machte er eines deutlich: „Die durch einen Hotelbau auf dem Exer verlorengehenden Parkplätze müssen im selben Umfang in dem Bereich ersetzt werden.“

Als offiziellen Akt hatte Birgit Ehlers eine Urkunde für den LTO-Geschäftsführer Stefan Borgmann und den Aufsichtsratsvorsitzenden Jörg Sibbel im Gepäck: Zwar haben sich fast alle Gemeinden in Schleswig-Holstein in Lokalen Tourismus-Organisationen zusammengefunden, doch hat das Land nie eine offizielle Anerkennung dieser neuen Körperschaften ausgesprochen. Mit dieser Urkunde ist das jetzt geschehen

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