Kochduell : Bestnoten für die „Versteckte Sau“

Da ist der Bäcker in seinem Element: Carsten Mordhorst verteilt eine Champignon-Füllung für die Blätterteigtaschen als Beilage zum Schweinefilet
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Da ist der Bäcker in seinem Element: Carsten Mordhorst verteilt eine Champignon-Füllung für die Blätterteigtaschen als Beilage zum Schweinefilet

Bäckermeister Carsten Mordhorst gewinnt im Kochduell-Finale gegen Atlantik- und Karibik-Segler Jan Lürkens.

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28. März 2018, 06:48 Uhr

Eckernförde | Am Ende hat das Fleisch über den Fisch gesiegt: Beim Finale des Kochduells von Eckernförder Zeitung und Küchenmeister Michael Stöcken setzte sich am Montagabend Carsten Mordhorst mit seiner „Versteckten Sau“ gegen Jan Lürkens’ „Fisch frisst Fisch“ durch. 35 Gäste und damit so viele wie noch nie urteilten in der Siegfried-Werft mit ihrem Gaumen. Beim Kochduell treten Hobbyköche in wechselnden Gastronomien gegeneinander an. Ihre Speisen werden von den Gästen bewertet, die nicht wissen, welcher Koch für welchen Gang verantwortlich ist.

In diesem Jahr stand im Finale der Bäcker dem Segler gegenüber: Der versierte Hobbykoch Carsten Mordhorst (50), der seinen Betrieb in Loose führt, hatte alles fest im Griff. Er frotzelte in der Küche der Siegfried-Werft mit dem ihm zur Seite stehenden Profikoch Michael Stöcken vom Strandrestaurant Karlsminde und wusste, was er wollte: „Ich habe über 30 Leute in meinem Betrieb. Da muss man klare Ansagen machen“, sagte er mit einem Augenzwinkern, während ihm Küchenmeister Michael Stöcken zur Hand ging. Der kannte das schon und scherzte: „Letztes Mal musste ich mir sogar sagen lassen, dass ich schneller arbeiten soll.“

Auf der anderen Seite stand Schiffsbauingenieur Jan Lürkens (29), der im vergangenen Jahr mit seiner Frau Jule von einer 15-monatigen Fahrt mit dem Segelboot in die Karibik zurückkam und an diesem Abend von Küchenmeisterin Christine Heikendorf aus der Siegfried-Werft unterstützt wurde. Beiden Teams standen zudem die Köche Oleg Bolinger und Merlin Hundertmark zur Seite.

In der Küche herrschte konzentriertes Treiben ohne Hektik. Carsten Mordhorst hatte für sein Schweinefilet Wellington („Versteckte Sau“) sein eigenes Rezept kreiert. Besonders die Gewürzmarinade sorgte für eine Geschmacksexplosion. Bei der Nachspeise war er ganz in seinem Element: In den Schokoküchlein mit dem Namen „Schokolieschen“ sorgten selbst hergestellte Sahnetrüffel für eine zart schmelzende Füllung.

Jan Lürkens hatte – ganz der Segler – maritime Speisen gewählt: die bretonische Spezialität „Moules Frites“ (Muscheln mit Pommes frites) als Vorspeise und den Hauptgang mit dem Titel „Fisch frisst Fisch“: Lachsfilet in Seezunge eingerollt mit einer Orangensauce.

Besonders bei der Sauce für die Seezunge gab sich Jan Lürkens viel Mühe, schlug die Sabaillon eine Viertelstunde lang mit dem Schneebesen und musste sich viele gute Tipps anhören: „Der Schneebesen muss eine Acht beschreiben“, sagte Michael Stöcken. „Eine 28 würde es auch tun.“ Am Ende stellte es Lürkens geschickt an und ließ seinen Kontrahenten die Sauce schlagen. Der gab sich viel Mühe, benutzte für seine eigene Sauce aber schließlich einen Handmixer.

Warum er gern kocht? „Ich mag es nicht, wenn man aus den Rohstoffen nicht das Optimum herausholt“, so Mordhorst. Für Jan Lürkens war das Kochen auf seinem Karibiktörn eine Herausforderung: „Oft musste man darauf warten, dass ein Versorgungsschiff einen Hafen anlief und dann wie die Einheimischen versuchen, dass man möglichst etwas von den Nahrungsmitteln abbekam.“

Für eine so große Gruppe wie hier hatte er noch nie gekocht. „Das Timing ist entscheidend“, sagte Christine Heikendorf. „Ich bekomme trotz jahrelanger Erfahrung immer wieder Herzrasen, ob die zeitliche Abstimmung mit den Gerichten passt. Aber bisher hat es immer geklappt.“

Auch diesmal klappte alles, und die Gäste zeigten sich von dem Vier-Gänge-Menü begeistert. Sie vergaben die höchste Punktzahl aller Kochduelle in diesem Jahr. Sowohl für das Küchenteam als auch den Service gab es viel Applaus. Siegfried-Werft-Betreiber Oliver Träger hatte zuvor entschieden, die Gäste an einer langen Tafel zu platzieren, was diese zu würdigen wussten: „So kommt man leicht ins Gespräch und lernt nette Leute kennen“, sagten Saskia und Klaus-Dieter Petersen. Und etwas Gutes tun konnten sie auch noch: Carsten Mordhorst und Jan Lürkens sammelten Spenden für die Jugendgruppe des Segelclubs Eckernförde.

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