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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2017 | 14:39 Uhr

Besondere Frau und ein Nachwuchspreis

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 27.Mär.2015 | 15:28 Uhr

Absolut bewundernswert, wie Margot Friedlander im Alter von 93 Jahren durch das Land fährt, in dem ihre Familie vor 71 Jahren durch die Nazis in Vernichtungslagern ausgelöscht wurde. Wie stark und überzeugt von ihrer Mission muss diese Frau sei, die das Grauen er- und überlebt hat und einer Schulklasse nach der anderen ihre Geschichte und die der Judenvernichtung erzählt? Jeder junge Mensch, der die zarte, starke Frau persönlich erlebt, wird tief beeindruckt und fortan gegen jede Form menschenverachtender und rassistischer Ideologie gefeit sein und den in sich tragenden Keim des Anstandes bewahren. Diese Botschaft ist gestern auch in Eckernförde auf fruchtbaren Boden gefallen.

Mit jedem jungen Menschen, den die Holocaust-Überlebende von Angesicht zu Angesicht erreicht, wird die Welt ein bisschen aufrechter, mitfühlender und wahrhaftiger.

Und es ist auch überhaupt kein Widerspruch zu diesem Ansinnen, wenn vier Tage vorher das modernste konventionelle U-Boot der Welt in Eckernförde in den Dienst der Deutschen Marine gestellt wird. Ein Waffensystem, zweifellos, und ein sehr schlagkräftiges noch dazu. Aber es befindet sich in den Händen der wohl gefestigsten Demokratie der Welt, die im Nato-Verbund die für uns selbstverständlich gewordenen Menschenrechte schützt und verteidigt, die in nicht einmal weit entfernten Ländern noch lange nicht erreicht sind, zum Teil nicht einmal ansatzweise.

Nur beim Export sollte man extrem aufpassen, wem man diese Waffensysteme an die Hand gibt.

Eckernfördes Ehrennadelträger sind in der Regel ältere Semester. Klar, sie haben ja auch schon viele Jahre Großartiges geleistet. Je länger, desto größer die Verdienste und desto höher das Alter. Logisch und Glückwunsch. Das ist beispielgebend.

Aber wie wäre es denn, wenn sich die Stadt mal überlegen würde, eine Art Nachwuchspreis zu vergeben. Für junge Leute bis 30, die etwas Besonderes für die Eckernförder und ihre Stadt geleistet haben. Beim Sportehrenblatt wird davon schon reichlich Gebrauch gemacht.

Das junge Eckernförde könnte auch im nicht-sportlichen Ehrenamtsmilieu ein wenig Aufmerksamkeit vertragen. Vielleicht lauern da ja richtige Vorbilder – ein Versuch wär’s wert.

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