zur Navigation springen

Einbürgerung : Bescherung schon vor Weihnachten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

49 Einwanderer erhielten im Kreishaus die deutsche Staatsbürgerschaft / 149 verschiedene Nationen leben in Rendsburg-Eckernförde

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2016 | 06:27 Uhr

Rendsburg | Fast immer ist die Liebe der Grund dafür, warum Menschen ihre Heimat und ihre Familien verlassen, um in einem anderen Land Wurzeln zu schlagen. Kürzlich wagten 49 Einwanderer den nächsten Schritt – sie erhielten im Rahmen einer Einbürgerungsfeier die deutsche Staatsbürgerschaft. Die Zeremonie im Kreistagssitzungssaal gestaltete sich dabei nicht nur für die ausländischen Mitbürger als aufregend, sondern auch für Carsten Ludwig. Der Leiter des beim Kreis zuständigen Fachbereichs führte zum ersten Mal durch die Feierstunde.

„Ich freue mich außerordentlich, heute diese Aufgabe übernehmen zu dürfen“, so Ludwig. Die Gründe, sich für eine Einbürgerung zu entscheiden, seien ganz unterschiedlich und bestimmt nicht immer leicht, war er sich sicher. Der Erwerb der neuen bedeute schließlich auch den Verlust der bisherigen Staatsbürgerschaft. Für Rendsburg-Eckernförde sei die Mischung aus vielen verschiedenen Kulturen, Religionen und Mentalitäten jedoch eine Bereicherung. „193 Staaten sind bei den Vereinten Nationen verzeichnet. Bei uns im Kreis sind 149 davon vertreten“, freute er sich über die bunte Vielfalt. Ob Peru oder Schweden, ob Kroatien oder Thailand: Menschen aus 25 verschiedenen Nationen erhielten jetzt die deutsche Staatsbürgerschaft.

Darunter auch Lisbeth Guillen-Prothmann. Die 49-Jährige aus Brügge kommt ursprünglich aus Venezuela. Seit 15 Jahren lebt sie nun in Deutschland – Ehemann Holger zuliebe. Vor 25 Jahren haben sich die beiden in einem Urlaub kennen gelernt und dann wieder aus den Augen verloren. Erst nach acht beziehungsweise zehn Jahren – da sind sich die beiden nicht ganz einig – auf verschiedenen Kontinenten gab es ein Wiedersehen. „Und das fühlte sich an wie nach Hause kommen, das hatte ich vorher noch nie“, erinnerte sich Holger Prothmann. Obwohl seine Frau ihre Heimat liebt, hat sie sich entschieden, nun die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. „Deutschland ist ein tolles Land, um hier zu leben. Hier gibt es Demokratie und Freiheit“, führte sie an. Lediglich das hiesige Wetter sei manchmal ein kleiner Wermutstropfen, gab sie zu.

Das wiederum kann einen gestandenen Mann wie den Hohenwestedter Valerij Alekseev nicht erschüttern. Der 46-Jährige stammt ursprünglich aus Kasachstan, lebt aber seit 15 Jahren mit Ehefrau Svetlana in Deutschland. „Meine Frau ist Spätaussiedlerin. Nachdem wir erfahren hatten, dass sie auch in Deutschland leben darf, haben wir uns entschieden, hierher zu kommen.“ Während Svetlana Alekseev von Anfang an die deutsche Staatsbürgerschaft hatte, erhielt ihr Mann lediglich eine Aufenthaltsgenehmigung. „Ich habe eine gute Arbeitsstelle und meine Familie ist hier. Jetzt auch Deutscher zu sein, ist einfach ein besseres Gefühl“, erklärte Alekseev. Der freudige Anlass soll mit der ganzen Familie gefeiert werden.

Dorota Kisiel und Lebensgefährte Hans-Jürgen Hodorff wollen im heimischen Heinkenborstel mit einem Glas Sekt auf die doppelte Staatsbürgerschaft der gebürtigen Polin anstoßen. Auch sie kam einst wegen der Liebe in das Nachbarland. Und die Liebe ist mit Sicherheit auch einer der Gründe, warum sie auch nach 25 Jahren bleiben will.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen