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Weihnachten : Bescherung am ersten Weihnachtstag

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Weihnachten wie es früher war – Horst Goldschmitz pflegt den historischen Weihnachtsschmuck in der Alten Sägerei in Rieseby und erinnert sich an seine Kindheit.

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erstellt am 23.Dez.2015 | 16:30 Uhr

Rieseby | Bescherung gab es erst am ersten Weihnachtstag Morgen, erinnert sich Horst Goldschmitz (83) aus Rieseby. Er erinnert sich noch gut daran, dass er mit seiner Mutter und seinen zwei Geschwistern früh los musste, um den Gottesdienst in der Kirche zu besuchen. Sein Vater kam nie mit. Doch wenn die Familie dann nach dem Festgottesdienst zurück kam, war die gute Stube schön geschmückt, es stand ein Tannenbaum dort und es leuchteten die Kerzen.

„Die Bescherung war immer das spannendste“, sagt Goldschmitz, der in Mönchengladbach aufwuchs und lebte, bevor er vor 18 Jahren mit seiner Frau Ruth nach Rieseby zog. An seine Weihnachtswünsche als Kind kann er sich nicht mehr erinnern, aber es gab immer etwas Schönes. Auch während der Kriegsjahre feierten sie immer Weihnachten. Und einen Tannenbaum gab es auch immer. „Weihnachten ohne Tannenbaum geht doch nicht“, sagt er. Sein Vater war während des Krieges in den Niederlanden stationiert und er nutzte jede Freischicht, um zu seiner Familie zu kommen. Als gelernter Konditor zauberte er an Weihnachten herrlichen Kuchen, während sein Mutter ihren köstlichen Sauerbraten zu bereitete. Ob es das jedes Jahr gab, weiß er nicht mehr. Da seien sie nicht festgelegt gewesen. Aber der Rahmen war immer festlich, alle trugen ihre Sonntagskleidung. Und es wurde immer gesungen.

Horst Goldschmitz gehört zum Team in der Mühle Anna, des Vereins für Chronik- und Museumsarbeit. Jedes Jahr kümmert er sich um die weihnachtliche Dekoration der Alten Sägerei, in der mit dem Punschnachmittag am vierten Advent das Mühlenjahr verabschiedet wird. Dabei kommen dem 83-Jährigen viele Erinnerungen an sein Weihnachten früher.

So hängt er vorsichtig die feinen Christbaumkugeln in einen dafür vorbereiteten Bilderrahmen. „Solche Glaskugeln hatten wir auch“, erinnert er sich und holt vorsichtig die in Watte und Zeitungspapier eingewickelten Schmuckstücke heraus. Das sei kein Vergleich zu heute, wo alles aus Kunststoff zu haben sei. Auch wenn der Baum in der Sägerei heute eine elektrische Lichterkette habe, so sei das Leuchten des Baumes immer etwas Besonders. Früher kamen immer echte Kerzen an den Baum. Dafür gab es kleine Klemmen, die zugleich eine Wachsauffangschale besaßen. Früher oder später tropfte der Wachs dann aber doch auf den Boden.

Beliebt waren damals Spielzeuge aus Blech. Autos oder Figuren gab es für Jungs. Besonders beliebt waren auch funktionstüchtige Dampfmaschinen, erinnert sich Goldschmitz bei den Vorbereitungen und schaut in die Glasvitrine im Museum. Er bekam einmal einen Metallbaukasten, mit dem er tolle Sachen bauen konnte. Für die Mädchen gab es Puppen und Kleider – oder oftmals selbst gebastelte Möbel für die Puppenstube. Schlittschuhe oder ein Steckenpferd gab es auch. All dass dekorierte Goldschmitz jetzt auch in der Sägerei. Für Besucher eine Zeitreise. Gerne erinnert er sich auch an die Weihnachtslieder. Das Repertoire sei heute ganz ähnlich. Ein Klassiker war natürlich „Oh Tannenbaum“.

Eine lebhafte Erinnerung an seine Kindheit hat auch ein Thumbyer (84), der auf einem Hof in Angeln groß wurde, aber nicht genannt werden möchte. Am Heiligabend packten alle auf dem Hof an. Seine Geschwister und alle Knechte und Mägde halfen mit, damit alles spätestens 17 Uhr fertig war. Besonders die Tiere, die mussten alle versorgt werden, bevor sich die Familie in der guten Stube traf. Bevor sich aber alle im Haus versammelten, legten sie dem Rentier des Weihnachtsmanns eine Möhre, einen Keks und eine Schale mit Milch bereit, erinnert er sich. Später ging sein Vater dann mit einem Esel dort vorbei, und ließ ihn von allem naschen. Am nächsten Morgen war dann die Freue bei den Kindern groß, da natürlich der Weihnachtsmann mit seinem Rentier gewesen sein muss. Und wer weis, vielleicht ist der Weihnachtsmann ja auch jetzt schon unterwegs und freut sich über Möhre und Keks, bevor er die Geschenke unter den Tannenbaum legt.

Weihnachtsmann oder Christkind?

Vom 16 . bis 19 Jahrhundert wird Weihnachten romantischer. Christbaum und Krippen werden in die gute Stube gestellt.  In evangelischen Familien  wurde der 24. Dezember zum  Geschenketag. Bis dahin brachte der Heilige Nikolaus am 6. Dezember die Geschenk.  Da die evangelische Kirche aber die Verehrung Heiliger ablehnte, wurde ein andere Tag damit belegt. Und es wurde das Christkind eingeführt, dass die Geschenke brachte. Mit der Zeit wurde dann aus dem Nikolaus der Weihnachtsmann, der die Geschenke brachte. Etwa ab dem 18. Jahrhundert wird Weihnachten zu einem Familienfest.  Regional kommt noch immer das Christkind. dis/Quelle Internet

 

 

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