Bahnhof Gettorf : Beschädigte Wurzeln: Alte Linden müssen weichen

Zweig für Zweig trennte die Motorsäge von den Bäumen ab.
Zweig für Zweig trennte die Motorsäge von den Bäumen ab.

Sie sollten erhalten werden. Doch aufgrund fehlender Standsicherheit müssen die Bäume am Gettorfer Bahnhof entfernt werden.

Avatar_shz von
02. November 2020, 18:05 Uhr

Gettorf | Der barrierefreie Umbau des Gettorfer Bahnhofs nimmt immer mehr Gestalt an. Bahnkunden mit einer Gehbehinderung können ab dem 12. November von den Fahrradunterständen aus ohne Hilfe über eine neue Rampe den Mittelbahnsteig erreichen.

So soll der Gettorfer Bahnhof am 12. November aussehen: Die drei alten Linden (dunkelblauer Bereich) müssen aufgrund ihrer nicht mehr gegebenen Standsicherheit entfernt werden. Die Bahnkunden überqueren dann den grünen Bereich und die leichte Steigung (gelb) auf den Mittelbahnsteig (rot). Der bisherige Behelfsbahnsteig (hellblau) wird wieder entfernt.
Hallstein / Montage: Peters
So soll der Gettorfer Bahnhof am 12. November aussehen: Die drei alten Linden (dunkelblauer Bereich) müssen aufgrund ihrer nicht mehr gegebenen Standsicherheit entfernt werden. Die Bahnkunden überqueren dann den grünen Bereich und die leichte Steigung (gelb) auf den Mittelbahnsteig (rot). Der bisherige Behelfsbahnsteig (hellblau) wird wieder entfernt.
 

Während dieser mehrfach verschobene Umbau jetzt im Zeitplan liegt, gibt es allerdings auch einen Wermutstropfen. Die drei schätzungsweise 100 Jahre alten Linden im Bereich des Fahrradunterstands sollten eigentlich erhalten werden. Doch dieses Vorhaben ist gescheitert. Die Bäume standen einfach zu dicht an den Gleisen, so dass bei den Bauarbeiten die Wurzeln beschädigt wurden. Dadurch ist auch nach einem Umweltgutachten die Standsicherheit der Bäume nicht mehr gegeben. Aus Sicherheitsgründen hat sich die Bahn deshalb dazu entschieden, sie zu entfernen.

Mit den Arbeiten wurde am Montag, 2. November, begonnen

Diese gestalten sich als zeitintensiv, da aufgrund der engen Bebauung im Umkreis immer nur kleinere oder leichte Holzbereiche entnommen werden können. Da es hierbei nicht für jedes einzelne Teil lohnt, den Hydraulikarm mit der Kabine, in der die beiden Mitarbeiter standen, für jedes Teil runter und anschließend wieder hoch zu fahren, wurden am Boden entsprechende Matten ausgelegt und die entfernten kleinen Holzteile – nach vorherigem Check – hinuntergeworfen. Am Boden wurden sie dann eingesammelt und nach dickerem Holz und verzweigten Astenden sortiert.

Absolute Präzisionsarbeit: Nur wenige Zentimeter Platz hatten die Bauarbeiter beim Rangieren des Hebearms vor den Fahrradunterständen.  Fotos: Peters (3)
Absolute Präzisionsarbeit: Nur wenige Zentimeter Platz hatten die Bauarbeiter beim Rangieren des Hebearms vor den Fahrradunterständen. Fotos: Peters (3)
 

Umweltorganisationen überrascht und enttäuscht

So kennen die Gettorfer den Anblick ihres Bahnhofs mit den drei alten Linden direkt an den Gleisen. Doch dieser Anblick ist heute bereits Geschichte.
So kennen die Gettorfer den Anblick ihres Bahnhofs mit den drei alten Linden direkt an den Gleisen. Doch dieser Anblick ist heute bereits Geschichte.
 

Uwe Steinbrecher vom „Bund“-Ortsverband Gettorf war „total überrascht, dass die Bäume jetzt doch gefällt werden müssen. Die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Gettorf und wir vom ‚Bund‘ wurden darüber nicht informiert. Wir sind der Meinung, dass sicherlich eine alternative Planung, beispielsweise mit einem Wurzelvorhang, möglich gewesen wäre. Es ist sehr schade, dass dieses wertvolle Gehölz, das für Gettorf einen prägenden Charakter hatte, nun doch weichen muss. Als Ausgleichspflanzung wäre es schön, wenn nun mindestens die doppelte Anzahl an Bäumen gepflanzt wird.“

Lesen Sie auch: Bauarbeiten am Bahnhof in Gettorf liegen im Zeitplan

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen