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Eckernförder Zeitung

21. November 2017 | 09:27 Uhr

europamobil : Berufsschüler stehen auf Europa

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Studierende aus neun verschiedenen EU-Ländern boten gestern im Rahmen des Europatags am BBZ Workshops für junge Erstwähler an. Das Interesse der Jugendlichen für das Thema musste jedoch erst geweckt werden.

Eine Woche lang sind sie in Schleswig-Holstein und Dänemark unterwegs und besuchen dort noch bis zum 11. April Berufsschulen, Fachschulen und Gymnasien: Zwölf Studierenden aus neun europäischen Ländern waren gestern mit dem Projekt Europamobil am Berufsbildungszentrum (BBZ) zu Gast. Dort sprachen sie mit den Schülern in verschiedenen Workshops über Europa und die bevorstehende Europawahl.

Das Projekt Europamobil gibt es bereits seit 2009, es wird von der Stiftung Genshagen und der Robert Bosch Stiftung durchgeführt. Abwechselnd findet es in Brandenburg und einer anderen Region Europas – bisher in Frankreich und Polen – statt. Immer im Herbst gehen 20 Studenten aus verschiedenen EU-Ländern auf Tour in eine jährlich wechselnde Region. Dort besuchen sie Schulen und veranstalten Workshops zum Thema Europa. Dass die jungen Leute jetzt schon im April unterwegs sind, liegt an der Europawahl. „Es ist eine Sonderedition“, stellt Projektleiterin Johanna Scharf klar.

Während einer Vorbereitungswoche in Berlin konzipierten sie Workshops für die Schüler. Im Berufsbildungszentrum boten die Studierenden im Alter von 18 bis 25 Jahren aus Deutschland, Italien, Spanien, Slowenien, der Slowakei, Rumänien, Polen, Frankreich und Griechenland drei Workshops auf Englisch und einen auf Deutsch an. Dabei behandelten sie folgende Themen, die interaktiv erarbeitet wurden: Die Europawahlen – Wie funktionieren sie? Was steht auf dem Spiel?, Gründe für Europa und Populismus in der EU – ist die Demokratie in Gefahr? An den Workshops nahmen hauptsächlich junge Erstwähler teil, schließlich sollen sie sich über die bevorstehende Wahl im Mai informieren. Aber auch im Unterricht stand die EU auf dem Programm. Dazu haben die Schüler Plakate zu den EU-Mitgliedsstaaten erstellt und ein Quiz sowie ein Puzzle entworfen.

Den Berufsschülern gefiel der etwas andere Unterricht, auch wenn der eine oder andere sich noch an das Thema gewöhnen musste. Der 20-jährige Marcel Halling fand den Europatag „ganz in Ordnung, es ist mal etwas anderes“. Wipo-Lehrerin Andrea Gutzmer erzählte, dass das Interesse der Jugendlichen für die EU erst einmal geweckt werden müsse. Aber als das geschehen war, sei es gut gelaufen. Das bestätigte auch Johanna Scharf. „Ich habe schüchterne Schüler gesehen, die plötzlich auf Englisch vor der ganzen Klasse gesprochen haben“, sagt sie. Sie seien mutiger geworden, weil die ausländischen Studenten zum Teil auch nur gebrochen Deutsch sprechen.

Die Gruppe der Sonderedition ist zum zweiten Mal im Dienste der EU unterwegs. Johanna Scharf erzählt, dass alle ehemaligen Teilnehmer des Europamobils für die Sonderedition angeschrieben wurden und es am Ende mehr Bewerbungen als Plätze gab. „Die Entscheidung für die zwölf Teilnehmer ist uns nicht leicht gefallen“, sagt sie.

Alexandros Maros aus Griechenland und Veronika Sobolova aus der Slowakei freuen sich, dass sie wieder dabei sind. Maros, der zurzeit einen Master in Wirtschaft (Economic Studies) macht, war schon 2009 in Paris Teil des Projekts. Sein Ziel ist es, die Schüler für Europa zu motivieren und ihnen zu zeigen, dass auch sie eine Rolle in der EU spielen. Auch die 23-jährige Sobolova, die Internationale Beziehungen studiert, ist mit dieser Intention nach Eckernförde gereist. „Ich möchte vor den Wahlen etwas tun und die neuen Wähler darauf vorbereiten“, sagt die Slowakin.

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