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Pilotprojekt : Berufliche und private Welt im Einklang

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Helios Rehaklinik Damp bietet ihren Mitarbeitern das Projekt „Gemeinsam gesund und erfolgreich“ an. Aktivpausen im Arbeitsalltag einzubauen fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden.

shz.de von
erstellt am 19.Nov.2015 | 12:28 Uhr

Macht Norbert Schulte-Losch sich morgens auf den Weg zur Arbeit in der Helios Rehaklinik Damp, hat er seit kurzem zwei Therabänder dabei. Für den Teamleiter der Logopädie, der unter chronischen Rückenschmerzen leidet, ist es selbstverständlich, dass er sich in seinem Arbeitsalltag eine kurze Pause gönnen darf, in der er mithilfe der Therabänder die Wirbelsäule in alle Richtungen dehnt und streckt, wie es seinem Wohlbefinden und seiner Gesundheit guttut. Diese Aktivpause macht der Eckernförder mit voller Unterstützung seines Vorgesetzten. Der 62-Jährige ist Teilnehmer eines Präventionsprojekts der Rehaklinik Damp. Unter dem Motto „Gemeinsam gesund und erfolgreich“ wurden den Mitarbeitern bereits zwei Projekte zur Förderung der innerbetrieblichen Gesundheit angeboten – bisher einmalig in der Helios Region Nord-West.

Burnout, psychische und physische Beschwerden sind auch bei Klinikmitarbeitern keine Seltenheit. In der Rehaklinik wird nicht nur bei den Patienten auf die Gesundheit und das Wohlergehen geachtet. Klinkgeschäftsführer und Stationsleitungen arbeiten in ihrem Projekt „Sich und andere führen“ schon länger an der innerbetrieblichen Gesundheitsförderung. Jetzt sei das Wirken der Mitarbeiter hinzugekommen, sagt Dr. Matthias Grünhagen, Ärztlicher Leiter des Helios Prevention Center Damp und Leiter der Studie, das Projekt. „Ein erfolgreiches Unternehmen braucht erfolgreiche Mitarbeiter“, erklärt Heiko Pichler, Klinikgeschäftsführer der Rehaklinik und Regionalbeauftragter des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, die Notwendigkeit des Projekts. Unter wissenschaftlicher Begleitung des Instituts für Sportwissenschaft der Christian-Albrechts-Universität Kiel nahmen im ersten Zyklus 116 Mitarbeiter teil. Während die eine Hälfte an den Eingangsgesprächen als Kontrollgruppe teilnahm, lernten die restlichen 58 Mitarbeiter Möglichkeiten und Maßnahmen zur Stärkung ihrer körperlichen und seelischen Gesundheit kennen. Die Mitarbeiter fanden ein vielfältiges Angebot vor, das von Seminaren mit Therapeuten über ein Entspannungstraining, Schulter-Nacken-Massage und den Zugang zur Stille durch einen eigenen Raum sowie ein Mitarbeiterfrühstück mit dem Klinikgeschäftsführer reichte. „Zu dem Konzept gehört, dass wir den Mitarbeitern Signale der Wertschätzung geben wollen“, erklärt Studienleiter Dr. Grünhagen. Das Konzept sei gemeinsam von Ärzten, Psychologen, Diätassistenten, Wissenschaftlern der Uni Kiel und der Betrieblichen Gesundheitsmanagement-Beauftragten entwickelt worden. Parallel seien die Mitarbeiter um eigene Vorschläge zur Gesundheitsförderung gebeten worden, so Grünhagen.

Besonders große Zustimmung vonseiten der Mitarbeiter gab es für die aktiven Bewegungspausen am Arbeitsplatz. Auch von Annette Kleinwächter. Die Leiterin der Rekreationstherapie legt jetzt ganz bewusst eine Aktivpause in ihrem Arbeitsalltag ein. Ihre Kollegen belächelten sie nicht – im Gegenteil. Diese seien dankbar für die gute Erinnerung an die Pause, so die 43-jährige Damperin. „Auf diese Abstrahleffekte hoffen wir“, sagt Dr. Grünhagen und betont, „alle Maßnahmen sind alltagstauglich“. Kathrin Hülle hat für sich eine Entspannungsform mithilfe von Loop-Übungen entdeckt, die die Waabserin zwei- bis dreimal nach Feierabend zuhause macht. Für die Krankenschwester und stellvertretende Stationsleitung in der Abteilung Inneres/Kardiologie ist es schwierig, eine aktive Pause zwischen der Versorgung der Patienten und der Schreibbtischtätigkeit zu machen. Aber manchmal suche sie für einige Minuten ganz bewusst die Stille, so die 37-Jährige, und kehre gestärkt zurück auf die Station.

Dass die Rehaklink mit diesem Konzept auf dem richtigen Weg ist, zeigen die Auswertungen der Fragebögen der Teilnehmer. Sowohl in Bezug auf die Selbstüberzeugung, seine Arbeit bewältigen zu können (work ability index), als auch auf die Überzeugung, sein Leben bewältigen zu können (allgemeine Selbstwirksamkeit), habe es „sgnifikant positive Rückmeldungen“ gegeben, so Grünhagen. 96 Prozent wünschen sich auch in Zukunft gesundheitsfördernde Angebote.

Nach zwei Projekten, die wissenschaftlich begleitet wurden, sollen noch in 2015 und in 2016 zwei weitere angeboten werden. „Wir wollen weitermachen“, bestätigt Klinikgeschäftsführer Pichler, „wenn man die berufliche und private Welt in Einklang bringt, haben wir alle etwas davon.“

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