zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

22. Oktober 2017 | 01:22 Uhr

Berühmte Schiffe in Eckernfördes Hafen

vom

Schiffe und Werften sollten einmal zum Gegenstand einer besonderen Ausstellung im Eckernförder Museum gemacht werden

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Eckernförde | Die Hafenstadt Eckernförde war in vielen Jahrhunderten Liegeplatz von Schiffen jeglicher Bauweise und Funktion. Stets besonders prägend waren Fischerboote und Frachtsegler für den Transport von Holz oder Getreide. Studiert man den schönen Stadtplan von Braun-Hogenberg aus der Zeit um 1620, so erkennt man am Südstrand Wadenfischer bei ihrer Arbeit im Boot sowie im Binnenhafen ein Dutzend Zweimast- und Dreimast-Segler. Geht man heute mit wachen Augen durch die Stadt, findet man noch Zeugnisse verschiedener historischer Schiffe: Windfahnen in Form stolzer Segler (über dem Lutherhaus von 1719 oder am Turm des Diedrichsen Stiftes von 1913), das Votivschiff "David" in St. Nicolai, die Überreste der dänischen Kriegsschiffe "Christian VIII." und "Gefion" (St. Nicolai, Rathaus, Stadtmuseum). Im folgenden sollen einige namentlich bekannte Schiffe aus der Vergangenheit beschrieben werden, die uns als bildliches Zeugnis erhalten sind.

Im Besitz der "Heimatgemeinschaft Eckernförde" befinden sich sog. Kapitänsbilder, von einfachen Malern hergestellte Porträts im Hafen liegender Segler, die man den Kapitänen und Steuermännern zum Erwerb angeboten hat. Sie sind durch exakt wiedergegebene Takelage gekennzeichnet, weniger durch malerisches Können. In der kleinen Sammlung ist auch das Schiffsporträt der Bark "Orion" der Reederei Heinrich Wilh. Clausen in der Langebrückstraße 28, gebaut in Apenrade und geführt von Kapitän C. Hansen, später von Erich Clausen. Der gleichen Reederei gehörte die Bark "Therese", um 1870 verewigt von einem Maler J. Holl (oder Hall). Das schönste Kapitänsbild ist im Besitz des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums auf Schloss Gottorf, ein Porträt des Zweimasters "Magdalena Friederike von Eckernförde", "geführt von Comandeur K. Hinrichsen vom Märtz 1837". Das Schiff im Besitz von Kaufmann H. Chr. Lange war der erste Grönlandfahrer, der von Eckernfördes Hafen aus startete, um Robben und Seehunde zu jagen.

Am Bau "Königsberg" der 1936 erbauten Kaserne Carlshöhe sind die beiden Tore mit Reliefs in "Kieler Kunstkeramik" geschmückt. Eines der Plastiken zeigt ein Unterseeboot, das am Bug die Bezeichnung U 9 trägt. Dargestellt wird ein legendäres Schiff der Kaiserlichen Kriegsmarine: 1910 in Danzig erbaut, hat es am 22. September 1914 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Otto Weddigen auf seiner ersten Feindfahrt nacheinander drei britische Panzerkreuzer versenkt; 1500 britische Seeleute ertranken dabei, nur 800 konnten gerettet werden. Den Torpedos von U 9 fielen im Verlauf des Weltkriegs noch 17 Handelsschiffe und ein russisches Minensuchboot zum Opfer. Als einziges U-Boot der Kriegsmarine durfte U 9 das Eiserne Kreuz am Turm tragen.

Ein in Blau auf Weiß gehaltenes Ölbild über der inneren Eingangstür zum ehemaligen Alten- und Invalidenheim der Kaiserlichen Flotte (heute Waldorfschule) gab lange Zeit Rätsel auf. Der 1913 gemalte Blick auf Eckernfördes Hafen zeigt ein seltsam geformtes Kriegsschiff mit einer riesigen Vertiefung im Bugbereich. Erst kürzlich konnte die Darstellung gedeutet werden: Abgebildet ist die "Vulkan", der Welt erstes U-Boot-Hebeschiff, seit 1906 in Höhe des Sandkrugs liegend und vor allem zur Reparatur von U-Booten eingesetzt. Durch das "Loch" vorn im Bug konnten die Boote ins Innere der "Vulkan" geleitet werden.

Eckernförde kann stolz auf seine Geschichte als Hafenstadt sein. Ihre Schiffe, ergänzt um Erinnerungen an die einstigen Werften Siegfried oder Glasau, sollten einmal in einer besonderen Ausstellung in unserer Stadt gewürdigt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen