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Grosse Hürde für das DRK : Bereitschaft sucht neue Station

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Halle an der Kieler Chaussee muss geräumt werden / Neubau für 130 000 Euro angedacht / Konzentration an Feuerwache wird geprüft

von
erstellt am 01.Apr.2015 | 06:00 Uhr

Gettorf | Das neue Jahr stellt das DRK Gettorf vor eine große Aufgabe: Für die fünf Wagen der Bereitschaft gilt es, eine andere Unterstellmöglichkeit zu finden. Denn die derzeit angemietete Halle auf dem ehemaligen Gelände von Landhandel Schröder an der Kieler Chaussee soll dem Bauprojekt eines Kieler Architekten weichen. Die Suche nach einem geeigneten Quartier gestaltet sich jedoch schwierig. Die marktüblichen Mietpreise liegen über 1000 Euro im Monat und damit weit über dem, was der Ortsverein stemmen kann. Der Neubau einer Halle scheint unausweichlich, teilte die Vorsitzende Jutta Drümmer den Mitgliedern gestern auf der Jahresversammlung im Hotel Stadt Hamburg mit.

„Eine Halle, wie wir sie benötigen, kostet rund 130  000 Euro“, berichtete Drümmer. Erstrebenswert wäre es, den gesamten Rettungsdienst an einem Standort in der Gemeinde zusammenzufassen. Als ideal geeignet findet Bürgermeister Jürgen Baasch das gemeindeeigene Gelände Am Brook, auf dem bereits Feuerwehr und Rettungswache zuhause sind. Ob und wie die neun mal 25 Meter große Halle für die DRK-Bereitschaft dort realisiert werden könnte, müsse in den politischen Gremien diskutiert werden, sagte Baasch.

Wenn eine Lösung gefunden ist, wird sie eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, kündigte Drümmer an und machte deutlich: „Uns bleiben nicht viele Alternativen.“ Die Bereitschaft aufzugeben, ist für sie keine Option – zu groß wäre das Loch, das der Wegfall im Netz der Rettungsdienste reißen würde, zu hoch die Verluste durch ausbleibende Einnahmen, die die Bereitschaft mit Sanitätsdiensten erzielt. Zu den größten Einsätzen im vergangenen Jahr zählten der Strohballenbrand in Holzdorf und die Kieler Woche, teilte Dr. Jens Walther mit. Erfreulich: Der Sanitätsdienst am Schulzentrum konnte wieder belebt werden. 13 Mädchen und Jungen hat Frank Huch bereits dafür ausgebildet. Walther: „Wir hoffen, auf diesem Weg junge Leute für die Bereitschaft gewinnen zu können.“

Als weitere wichtige Einnahmequelle des Ortsvereins nannte Drümmer die Basare des Handarbeitskreises zu Ostern und zu Weihnachten, die immer wieder mit tollen Ideen beeindruckten, sowie die Blutspendetermine. Fünf werden im Jahr unter Leitung der ehemaligen Vorsitzenden Christine von Gersdorff organisiert.

Als lohnende Investition des vergangenen Jahres, in dem das DRK Gettorf sein 125-jähriges Bestehen feierte, hat sich die Beauftragung einer Agentur zur Mitgliedergewinnung erwiesen. Dank der Ankündigung in der Eckernförder Zeitung seien die Bürger auf die Aktion vorbereitet gewesen, niemand habe sich überfallen gefühlt, als die Mitarbeiter an der Tür klingelten, berichtete Drümmer. Am Ende der Aktion konnte sie 76 neue Mitglieder im Ortsverein begrüßen, der nunmehr die 400er-Marke überschritten hat. Zu ihrer großen Freude seien viele jüngere Menschen darunter gewesen, so die Vorsitzende weiter.

Für dieses Jahr stehen neben der Fortführung der regelmäßigen Angebote wie den geselligen Nachmittagen im Vereinshaus in der Herrenstraße, den Bingo-Veranstaltungen, den Radtouren im Sommer, den Theaterfahrten und Seniorenfrühstücken, den Treffen des Basar- und des Singkreises sowie den Gruppen für Yoga und Gedächtnistraining der Umzug der Kleiderkammer vom Dachgeschoss in den Keller an. Damit soll den Besuchern der Zugang erleichtert werden. Außerdem wird ein Raum im DRK-Haus an die Gemeinde vermietet, um dort die Anlaufstelle für Ältere einzurichten.

Es werde immer schwieriger, Personen für das Ehrenamt zu finden, erklärte Bürgermeister Jürgen Baasch und dankte Drümmer und ihrem Team daher ausdrücklich für all das, was im Ortsverein geleistet werde. Amtsdirektor Matthias Meins schloss sich an: „Das DRK Gettorf ist ein Kulturträger im Ort. Dafür ist die Gemeinde, dafür ist das Amt dankbar.“

Die Jahresversammlung bildet traditionell den Rahmen für die Ehrung langjähriger Mitglieder. So dankte Jutta Drümmer Christel Bahr, Ida Beirow und – in Abwesenheit Anke Albers – für 55 Jahre im DRK, Else Schaaf, Wulf-Dieter Stark-Wulf sowie Günter Matte, Rosa Reimer, und Gitta Polzin (nicht anwesend) für 40 Jahre. 25 Jahre sind Lars Lübker, Elfriede Voss, Ilse Pfüller, Rita Reetz und Monika Michel-Thee dabei, die gestern als einzige der Jubilare dieser Kategorie ihre Ehrung persönlich entgegennehmen konnte.

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