Haby hilft : Benefizkonzert mit viel Lokalkolorit

Die Musiker Gesche Clasen und Kay Kankowski (re.) laden am 20. Januar zum 5. Haby-Hilft-Konzert. Hempels-Geschäftsführer Lukas Lehmann wird an dem Abend den Verein und seine Projekte vorstellen.
Die Musiker Gesche Clasen und Kay Kankowski (re.) laden am 20. Januar zum 5. Haby-Hilft-Konzert. Hempels-Geschäftsführer Lukas Lehmann wird an dem Abend den Verein und seine Projekte vorstellen.

Fünf Bands bei „Haby hilft“ am 20. Januar im Krog / Musiker aus der Region spielen zugunsten von „Hempels“

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12. Januar 2018, 06:52 Uhr

Haby | Rund 10 000 Menschen sind in Schleswig-Holstein wohnungslos, das Diakonische Werk geht aber von einer Dunkelziffer aus, die doppelt so hoch ist. „Ein Skandal“, wie Kay Kankowski meint. Der Musiker aus Haby kann nicht nachvollziehen, dass in einem Industrieland wie Deutschland Menschen ohne ein Dach über dem Kopf leben müssen. Grund genug für ihn, das diesjährige Benefizkonzert „Haby hilft“ zugunsten des Vereins „Hempels“ auszurichten, der seit mehr als 20 Jahren landesweit Obdachlosen Hilfen anbietet und ihre Interessen vertritt. Am Sonnabend, 20. Januar, ab 19 Uhr, werden im Haby-Krog Die Habyer Dorfkapelle um Gesche Clasen, David Shamban, Rene Macheleidt, Harry Kretzschmar und Kay Kankowski, die Bistenseer Band „Teachers Finest“, die Gruppe „Abendgrün“, der Nordic Social Club und das erste und einzige Ukulele-Orchester von Kiel auftreten. Lokalkolorit ist bei diesem Konzert garantiert. Der Eintritt ist frei, stattdessen werden Spenden für „Hempels“ gesammelt.

„Ich kaufe regelmäßig das Straßenmagazin“, erzählt Kay Kankowski. In einer der Ausgaben habe er von der noch jungen Hempels-Stiftung gelesen und von dem Modellprojekt, in Kiel-Gaarden ein Mehrfamilienhaus zu sanieren, um dort rund 20 bezahlbare Wohnungen zu schaffen. „Das fand ich toll“, so der Habyer über das Projekt „Hempels hilft wohnen“ und stieß auch bei Bürgermeisterin und Musikerkollegin Gesche Clasen auf Zustimmung. Nachdem in den Vorjahren der Flüchtlingsbeirat Hüttener Berge, das Tierheim Schleswig, Ärzte ohne Grenzen und Unicef die Spenden erhalten haben, ist jetzt Hempels dran.

„Wohnungslosigkeit ist eine Wachstumsbranche“, sagt Lukas Lehmann, Geschäftsführer des Vereins Hempels, der sich gestern für das Vorhaben der Gemeinde bedankte und den Verein und seine Ziele vorstellte. „Leider ist Wohnungslosigkeit in der Politik kaum ein Thema“, so Lehmann, das werde gerade jetzt bei den Sondierungsgesprächen der Parteien wieder deutlich. Dabei seien bundesweit etwa 1,2 Millionen Menschen davon betroffen. Eine Wohnung zu haben sei zwar ein Menschenrecht, aber einen Rechtsanspruch darauf habe man nicht, kritisierte Lehmann. Er hoffe, dass das Wohnprojekt in Kiel-Gaarden Vorbildcharakter habe, damit dieses auch an anderen Orten aufgegriffen und realisiert wird.

Lehmann sagt aber auch, dass man nicht nur auf staatliche Hilfe setzen könne. Vielmehr müsste bei den Menschen auch das Bewusstsein geweckt werden, sich mehr um seinen Nachbarn zu kümmern. Für Kay Kankowski ist es eine Selbstverständlichkeit, sich einzusetzen. „Mit geht es gut, nicht nur finanziell, da möchte ich auch etwas zurückgeben, das sehe ich auch als meine Pflicht.“

Bekannt ist Hempels vor allem aber durch sein monatliches Straßenmagazin. Rund 250 Verkäufer sind in Schleswig-Holstein unterwegs. „Die Menschen verdienen sich dadurch ein kleines Zubrot, außerdem bekommen sie eine Tagesstruktur und kommen mit anderen Menschen in Kontakt“, betont der Geschäftsführer. Hempels bietet aber auch eine Sozialberatung an, verwaltet treuhänderisch Konten von Menschen und unterhält zwei Trinkräume und eine Suppenküche in Kiel.

>www.hempels-sh.de

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