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Eckernförder Zeitung

18. August 2017 | 09:40 Uhr

Kinofilm : Ben Becker dreht in Eckernförde

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Eckernförder Scharnhorststraße kommt ins Kino. Ein Filmteam dreht dort mit Ben Becker. Die Handlung spielt in den 60er Jahren, weshalb die Straße ausgesucht wurde. Hier muss nicht viel verändert werden.

Eckernförde | Die 60er Jahre – in Eckernförde sind sie noch lebendig, zumindest in der Scharnhorststraße (Rendsburger Straße, Ecke Domstag). Dort dreht nämlich seit gestern Vormittag ein Filmteam der Berliner Produktionsfirma „Jost Hering Filme“ Szenen für einen Spielfilm, der im Sommer 2014 in die Kinos kommen soll. Arbeitstitel: „Von jetzt an kein zurück“. Mit dabei ist unter anderem Schauspieler Ben Becker (Luther, Chaos).

Die Geschichte spielt im Jahr 1967: Rosemarie (Victoria Schulz), die sich selbst Ruby nennt, und Martin (Anton Spieker) sind verliebt. Doch Rubys Vater ist ein unerbittlicher Tyrann, vom Krieg und der Wiederaufbaumoral geprägt. Martin verkörpert für ihn alles, wovon er seine Tochter fernhalten will: Martin ist rebellisch, langhaarig und hat „Flausen“ im Kopf. Eines Tages läuft das junge Paar davon, doch der Traum währt nur kurz: Ruby landet in einem geschlossenen katholischen Heim bei den „Barmherzigen Schwestern“, und Martin wird ins berüchtigte Erziehungsheim der Diakonie in Freistatt eingeliefert. Zehn Jahre später blickt Ruby zurück auf jene Jahre und zieht eine bittere Bilanz.

Der Geschichte des österreichischen Regisseurs Christian Frosch („Weiße Lilien“) liegt eine wahre Geschichte zugrunde. Vor einigen Jahren meldeten sich immer mehr ehemalige Heimkinder, die von Misshandlungen in kirchlichen Einrichtungen berichteten und ihre Resozialisierung und eine Entschuldigung forderten. Im Zuge dessen kamen auch Christian Frosch und Jost Hering auf das Thema. „Es geht bei diesem Film um einen Spagat der großen Gefühle“, sagt Christian Frosch. Je tiefer er in die Materie der „geschlossenen Heimerziehung“ eingetaucht sei, desto mehr sei das Gefühl der Wut von Trauer überlagert worden. „Trauer über die geraubten Jahre. Trauer über so viele zerstörte Leben.“

Dem Film liegt ein Budget von 1,3 bis 1,5 Millionen Euro zugrunde. Auf Eckernförde ist Aufnahmeleiter Fabian Gross schon vor längerer Zeit gekommen. „Ich suche öfter nach geeigneten Drehorten und kannte mich in der Gegend schon ein wenig aus“, sagte er gestern während der Dreharbeiten. In der Scharnhorststraße fand er eine für den Film authentische Arbeitersiedlung im Stile der 60er Jahre. Einzig die Satellitenschüsseln für den Außendreh am Donnerstag müssen vorübergehend demontiert werden.

Sechs leerstehende Wohnungen in der Straße hat das 45-köpfige Produktionsteam gemietet. Maske, Garderobe, Aufenthaltsraum, Produktionsbüro und Drehorte sind darin untergebracht. Die Straße ist noch bis zum Ende der Dreharbeiten in Eckernförde am Freitag für den Verkehr gesperrt. Geparkt werden muss woanders, um nicht das authentische Bild zu zerstören. Stattdessen wurde „Eckernförder Classics“-Organisator Manfred Matthiessen schon gebeten, passende Autos zu organisieren. Weitere Schauplätze des Films sind Oldenburg, Hitfeld, Pinneberg, Hamburg und Wien.

Neben Ben Becker, der Rubys strengen Vater spielt, stehen Thorsten Merten (Elementarteilchen, Stauffenberg) und Ernie Mangold (Anonyma) vor der Kamera. Ruby wird von der Studentin Victoria Schulz gespielt und Martin von Anton Spieker, der seit 2009 in Potsdam Schauspiel studiert.

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erstellt am 15.Okt.2013 | 05:24 Uhr

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