"Belohnung" für einsatzstarkes THW: Neuer Gerätekraftwagen

Eine imposante Erscheinung: Der neue Gerätekraftwagen (Gkw 1) des THW Eckernförde.
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Eine imposante Erscheinung: Der neue Gerätekraftwagen (Gkw 1) des THW Eckernförde.

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31. Januar 2011, 03:59 Uhr

eckernförde | In 668 Ortsverbänden des Technischen Hilfswerks (THW) engagieren sich bundesweit mehr als 80 000 Helferinnen und Helfer, von denen 99 Prozent ehrenamtlich tätig sind. Die 41 Aktiven des Ortsverbandes (OV) Eckernförde leisteten im vergangenen Jahr 10 126 Dienststunden; davon 1215 Stunden im Einsatz. Zu den "interessantesten Aufgaben" zählte Eckernfördes Ortsbeauftragter Christian Köhn am Freitagabend im Rahmen der Abschlussbesprechung 2010 im THW-Heim im Horn die Bergung der Segelyacht "Mutti", die auf den Strand gespült wurde und mit Unterstützung eines Kranfahrzeuges wieder zu Wasser gelassen werden konnte. "Aufgrund dieser Aktion erhielten wir viel negative, aber auch positive Kritik", erinnerte Köhn. "Da der Eigner aber mittellos war, hatten die erbosten Bergungsfirmen auf einmal doch kein Interesse mehr. Zum Glück hat alles geklappt, denn sicher waren wir uns zuvor nicht."

Die Wassergefahrengruppe erhielt ein Spezialsonargerät zum Auffinden von Personen und Gegenständen. Es konnte Anfang Juni im Kieler Hafen bei der Suche einer vermissten Person eingesetzt werden. Sie sei eine Woche später jedoch an ganz anderer Stelle gefunden worden, berichtete Köhn. Anders verlief eine Suchaktion im Eckernförder Hafen. "Ein Vermisster war nachts ins Wasser gegangen, saß danach in einer Kneipe und hat wahrscheinlich dazugelernt", vermutete Köhn, denn: "Er durfte den Einsatz von insgesamt 65 Rettungskräften aller Organisationen bezahlen."

Ebenfalls weitere Personen wurden im Laufe des Jahres gesucht und unbeschadet aufgefunden. Pumparbeiten durch Starkregen hatten zu Einsätzen geführt, und auch das Mehrzweckboot konnte zum Sandsacktransport eingesetzt werden und einen Deich sichern. An diversen Schneeräumeinsätzen war der OV ebenfalls beteiligt. Nicht zu vergessen die Unterstützung bei der Kieler Woche und anderen Veranstaltungen.

Andreas Dördelmann und drei Kameraden von Feuerwehr und THW flogen für vier Wochen auf eigene Kosten nach Samoa, um die dortigen Feuerwehrleute auszubilden, die einen voll ausgerüsteten Gerätekraftwagen des THW erhielten, der hier ausgemustert wurde.

Der Jugendgruppe Eckernförde gehören derzeit 20 Jugendliche an. Sie unterstützen die Werftparkaktion der Kieler Woche, wo erstmals die große Rutsche des Länderverbandes eingesetzt wurde. "Die Highlights waren mit Sicherheit das Länderjugendlager in Hamburg und das Bundesjugendlager in Wolfsburg", sagte Köhn. Acht Junghelferinnen und -helfer werden vermutlich in den aktiven Dienst wechseln.

Neben verschiedenen Feuerwehrführern des Kreises und dem Ersten Polizeihauptkommissar (EPHK) Wolfgang Petersen, dankte auch Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel dem THW für die geleistete Arbeit: "Das THW ist eine unverzichtbare Säule der Gefahrenabwehr in unserem Ostseebad. Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr funktioniert ausgezeichnet." Das betonte auch Eckernfördes stellvertretender Gemeindewehrführer Alexander Rüß: "Wir können uns immer aufeinander verlassen. Besonders die Zusammenarbeit mit unserer Tauchergruppe ist ein Erfolgsmodell."

Rüß betont, gerne auch das neue Fahrzeug des THW näher kennenzulernen, das seit kurzem zu dem Eckernförder Fuhrpark gehört. Der Gerätekraftwagen 1 vom Typ MAN TGM ist das Einsatzfahrzeug der 1. Bergungsgruppe von Andreas Dördelmann. Das Zugfahrzeug für Anhänger hat vorne eine Seilwinde, 290 Pferdestärken und eine Nutzlast von 11 000 Kilogramm - Kosten: rund 245 000 Euro. "Es ist auf dem Stand der Technik, den das THW heute braucht", sagte Gruppenführer Dördelmann. "Die Bedienung ist einfach, übersichtlich und praktisch." Außerdem hätte es neun, statt wie bei dem alten Fahrzeug sieben Plätze, man könne auch in der zweiten Reihe bequem sitzen und es sei ein Auto, in dem man sich auch während der Fahrt unterhalten könne.

Für besondere Leistungen wurde Silke Jürgensen (Verwaltung), Carmen Sander (Bootsführerin) und Meik Lewin (IT-Beauftragter) das THW-Helferabzeichen verliehen. Jörg Schwichtenberg konnte die Auszeichnung krankheitsbedingt nicht entgegennehmen. Köhn überreichte kleine Präsente an die "Dienststundenkönige" Andreas Aschendorf (608 Stunden), Tracy Ehlert (574) und Sören Profitlich (551,5).

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