Belegärzte kündigen ihren Ausstieg an

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25. März 2017, 06:35 Uhr

Die anstehende Aufkündigung der Verträge und Einstellung der Kostenübernahme für den geburtshilflichen Anteil an den Berufshaftpflichtprämien der Belegfrauenärzte ist für Frauenärztin Dr. Swana Swalve-Bordeaux gleichbedeutend mit dem Aus für die Geburtshilfe in Eckernförde. Unter solchen Bedingungen seien sie und wohl auch ihre Kollegen nicht bereit, weiterhin tätig zu sein, sagte sie in einer ersten Stellungnahme. Dr. Ralf Kröger hat sich ähnlich „Es läuft so gut!“, sagte sie, diese Entscheidung sei sehr schwer. Es sei keinesfalls so, das sich die Belegärzte auf der Geburtsstation eine „goldene Nase“ verdienen würden. Ihr Nettoverdienst liege ohne die Haftpflichtzuschüsse der Klinik weit unter 2000 Euro, und das bei einer Vielzahl an 24-Stunden-Bereitschaftsdiensten und Geburten. Ihre Haftpflichtprämie für den geburtshilflichen Teil liege bei rund 49  000 Euro pro Jahr.

Da es noch kein Grundsatzurteil zum Anti-Korruptionsgesetz gebe, scheuten sich die Juristen, einem Modell wie in Eckernförde ihren Segen zu geben. Und ob es geboten war, ausgerechnet die Kanzlei mit dem Rechtsgutachten zu betrauen, die die Interessen der Imland Klinik in anderen Angelegenheiten vertritt, sei ebenfalls zu hinterfragen.

Sollte es zur Bildung einer Hauptabteilung Geburtshilfe in Eckernförde kommen, würden dafür mindestens neun Ärzte benötigt, sagte Swane Swalve-Bordeaux. Wo die herkommen sollen, sei ihr schleierhaft. Dieses Modell kommen allein deshalb nicht für die vier Belegärzte, die zu Chefärzten gemacht werden würden, in Frage, weil ihnen dann auch die Verantwortung „in die Schuhe geschoben werden, wenn die Stellen nicht besetzt werden“.

Hebamme Anke Baß berichtet von einer verzweifelten, niedergeschlagenen Stimmung unter den Hebammen. „Wir können uns nicht vorstellen, ohne unsere Gynis weiterzuarbeiten.“ Alle seien mit Herzblut dabei, auch ohne die eingefrorenen Zuschläge werde intensiv weitergearbeitet. „Die Geburtshilfe darf nicht sterben“. Nur darum gehe es, und dafür müsse von allen Seiten alles getan werden.

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