Seniorenbeirat : Beirat will das Seniorenticket

Neuer Beirat mit viel Elan (v.l.): Edmund Lomer, Erich Leckband, Renate Gorny, Werner Huß und Eldetraut Hinz.
Neuer Beirat mit viel Elan (v.l.): Edmund Lomer, Erich Leckband, Renate Gorny, Werner Huß und Eldetraut Hinz.

Der Seniorenbeirat der Stadt wirbt für einen Preisnachlass beim öffentlichen Personennahverkehr für ältere Mitbürger.

shz.de von
13. Januar 2015, 06:27 Uhr

Eckernförde | München hat es, ebenso Stuttgart und auch die Hansestadt Hamburg: das Seniorenticket. Und jetzt regt auch der im Sommer neu gewählte Seniorenbeirat der Stadt Eckernförde einen Preisnachlass für Senioren auf den öffentlichen Personennahverkehr an. Das vergünstigte Monatsticket sei ein Kernwunsch der älteren Bevölkerung, sagt Beiratsvorsitzende Renate Gorny. Das sei das Ergebnis einer Umfrage bei den vom Beirat organisierten monatlichen Seniorenfrühstücken in der Bürgerbegegnungsstätte.

Der Beirat, der die Interessen der älteren Bürger Eckernfördes in Politik und Verwaltung einbringt, ist daraufhin tätig geworden. Er hat sich beim verkehrspolitischen Sprecher aus dem Kieler Seniorenbeirat erkundigt und das Gespräch mit der Eckernförder Lokalpolitik gesucht, die eine abwägende Haltung gezeigt habe. „Aber die grundsätzliche Bereitschaft, weiter mit uns über das Thema zu reden, ist da“, sagt Renate Gorny. Bedenken habe es gegeben, da es viele weitere bedürftige Gruppen gebe, die ebenfalls einen Anspruch auf ein vergünstigtes Ticket hätten. „Aber das kann uns nicht beschweren“, so Renate Gorny. „Wir sind für die Senioren gewählt worden und nicht für die anderen Gruppen.“

Der Grund für ein Seniorenticket liegt für den Beirat auf der Hand: Viele ältere Menschen haben eine geringe Rente. Und weil viele auch eine große Scheu haben, ihre Einkunftsbescheinigung zur Beantragung von Ermäßigungen vorzulegen, müsse das Ticket generell für alle gelten. Das sei durchaus gerechtfertigt: „Für uns wäre ein Seniorenticket ein stückweit Wertschätzung für die heutigen Senioren, die mit ihrer Lebensleistung dazu beigetragen haben, dass es unserer Gesellschaft gut geht“, sagt Renate Gorny, die das Ticket auch als Werbung für die Stadt sieht. Alle Städte mit einem Seniorenticket seien zudem damit zufrieden.

Zumindest für Hamburg bestätigt das Rainer Vohl, Pressesprecher des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV). Das Seniorenticket gibt es dort seit 1968, Menschen ab 63 Jahren zahlen für das Monatsticket statt 84 nur 48,50 Euro. „Das entspricht den Bedürfnissen unserer Zielgruppe“, sagt Rainer Vohl. Das Argument der Ungerechtigkeit, weil dadurch auch gut betuchte Senioren profitieren, kennt er. „Ungerecht steht hier kompliziert gegenüber. Wenn man allen gerecht werden wollte, würde der Tarif die Dimensionen einer Steuergesetzgebung erreichen.“

Kostenlos ist das Ticket aber nicht zu haben. Die Stadt Hamburg bezuschusst den ÖPNV jährlich mit einem dreistelligen Millionenbetrag. Irgendwo darin steckt auch die Förderung des Seniorentickets. In Kiel hat die Stadt ausgerechnet, dass die Einführung eines Seniorentickets die Stadtkasse mit jährlich 200  000 Euro belasten würde, weshalb die Kieler Politik auf eine landesweite Initiative baut. Wieviel die Stadt Eckernförde für das Seniorenticket an den Stadtverkehr zahlen müsste, kann derzeit noch niemand sagen.

Der Eckernförder Seniorenbeirat will am Ball bleiben und das Thema zu einem Ergebnis führen.

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