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B-Pläne für wohngebiete : Bei Verdacht Bebauungsplan

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Bauausschuss hat viel vor: Jetzt hat er das erste von insgesamt zwölf „Verdachtsgebieten“ besucht, um die Aufstellung eines Bebauungsplanes zu beraten. Fazit des Bauamtes: Für den Bereich zwischen Windebyer Weg und Admiral-Scheer-Straße wird nur teilweise ein B-Plan benötigt.

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erstellt am 04.Sep.2013 | 06:07 Uhr

Das Bauamt kann nicht über Langeweile klagen. So beschäftigt es sich parallel zu den vielen Bauprojekten in der Stadt auch mit den „Verdachtsgebieten“. Das sind Wohngebiete ohne einen Bebauungsplan, in denen Neubauten nach dem Paragraphen 34 des Baugesetzbuches behandelt werden. Demnach müssen sie sich in die vorhandene Bebauung einfügen. Doch genau da drückt der Schuh, denn immer wieder führt das dazu, dass Häuser in Wohngebieten entstehen, die zu einer ungewollten Verdichtung der Gebiete führen.

Deshalb hat die Ratsversammlung das Bauamt im Juli 2007 damit beauftragt, die baurechtliche Problematik entsprechender Wohngebiete zu klären. Zunächst sollten dabei „Verdachtsgebiete“ herausgearbeitet werden, für die dem Bauamt Veränderungstendenzen bekannt sind. Als Beurteilungskriterien wurden herangezogen:

> Gebiete mit überwiegend Wohnnutzung und teilweise sehr großen Gärten, die nur gering bebaut sind

>ältere, gewachsene Wohngebiete, in denen ein Generationswechsel zu beobachten oder zu erwarten ist

>Wohngebiete mit überwiegend älterem Wohngebäudebestand in hervorragenden Lagen, in denen sich Neubauten lukrativ vermarkten lassen

>Wohngebiete, in denen schon Baugenehmigungen oder Voranfragen vorliegen.

Anhand städtebaulicher Kriterien wie unter anderem Bebauung, Erschließung, Natur- und Denkmalschutz, Ortsbild und Sozialstruktur soll von der Verwaltung dargelegt werden, ob eine bauliche Verdichtung möglich und verträglich mit der vorhandenen Bebauung ist. Abschließend wird eine Empfehlung für oder gegen eine B-Plan-Aufstellung ausgesprochen.

In diesem Jahr sollen drei von insgesamt zwölf Verdachtsgebieten, die über die ganze Stadt verteilt sind, bearbeitet werden. Bis zum Jahr 2016 sollen jeweils drei weitere folgen.

Den Anfang machte die Verwaltung mit dem Verdachtsgebiet H im Bereich Windebyer Weg, Lützowweg, Admiral-Scheer-Straße, Hindenburgstraße und Rendsburger Straße einschließlich Tirpitzweg. Am Montagnachmittag begingen die Mitglieder des Bauausschusses vor ihrer Sitzung sowie interessierte Bürger das Gebiet mit Vertretern des Bauamtes. Stephanie Klinger aus dem Referat Stadtplanung erläuterte die Zusammenhänge und potenzielle Bauvorhaben.

Am Ende sprach das Bauamt folgende Empfehlung aus, die noch in den Fraktionen beraten werden muss: Zunächst ist eine mögliche bauliche Entwicklung des Gebiets nach Paragraph 34 des Baugesetzbuches als verträglich zu beurteilen. Zur Steuerung künftiger Veränderung bedarf es keiner Bebauungsplanung. Aufgrund der intakten stabilen Struktur und der geringen Möglichkeiten, das Gebiet zu verdichten, ist eine gebietsunverträgliche Entwicklung nicht zu erwarten.

Durch An- bzw. Neubauten würde die besondere Eigenart der Bauten in der Admiral-Scheer-Straße 12 bis 26 überschrieben werden. Dies würde zu einem Verlust der einheitlichen und gebietsprägenden Gebäudegestaltung führen und sollte daher sensibel betrachtet werden. Die Gestaltungssicherung des Straßenzuges kann etwa über eine Erhaltungs- bzw. Gestaltungssatzung geregelt werden oder über gestalterische Festsetzungen in einem Bebauungsplan.

Das Bauvorhaben „Klinik Dr. Conrad“ im Windebyer Weg ist nicht gebietsverträglich und bedarf einer B-Plan-Aufstellung.

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