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Benefiz : Begeisterung für „Rotary op Platt“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ausverkauftes Eivind-Berggrav-Zentrum zur 7. Auflage des Plattdeutsch-Festivals des Rotary Clubs / 4000 Euro Spenden Freundeskreis Asyl

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2016 | 06:33 Uhr

Altenholz | Eigentlich hätte Matthias Stührwoldt gar keine Zeit gehabt, am Freitag nach Stift ins Eivind-Berggrav-Zentrum zu kommen – Ehefrau Birte hatte Geburtstag. Da aber das Benefiz Plattdeutsch-Festival des Rotary Clubs Eckernförde-Dänischer Wohld anstand, konnte NDR-Moderator Andreas Schmidt den Landwirt aus Stolpe „breitschlagen“ und Stührwoldt kam doch. Samt Geburtstagskind, dem Schmidt einen Blumenstrauß überreichte, während die 288 Besucher der Veranstaltung ihr ein Ständchen brachten.

Bereits zum siebten Mal fand die Veranstaltung „Rotary op Platt“ in Stift statt, jedes Mal wird für einen anderen gemeinnützigen Zweck gesammelt. In diesem Jahr geht der Erlös – rund 4000 Euro – an den Freundeskreis Asyl, der sich um die in der Gemeinde Altenholz untergebrachten Flüchtlinge kümmert. Ingrid Heller vom Freundeskreis, der aus der Friedensgruppe der evangelischen Kirchengemeinde hervorgegangen ist, beschrieb im Interview mit Andreas Schmidt die Entstehung und Arbeit des Freundeskreises. Bürgermeister Carlo Ehrich wies auf die Wichtigkeit des Freundeskreises hin und erläuterte, mit welchen Maßnahmen die Gemeinde die Arbeit unterstützt. Der Erlös des diesjährigen Festivals soll, so Heller, in laufende Projekte investiert werden. So wird das Geld beispielsweise für Sprachkurse verwendet werden, aber auch für Freizeitaktivitäten wie das Sommerfest oder auch Theaterbesuche für die Kinder. Pastor Okke Breckling-Jensen sagte vorab im Gespräch, dass „Rotary op Platt“ eine gern gesehene Veranstaltung in Altenholz ist. „Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit mit den Rotariern“, stellte Breckling-Jensen fest.

Dass sich nicht nur der Freundeskreis freut, sondern auch die Bürger, zeigte sich daran, dass die Veranstaltung wieder einmal ausverkauft war. Die Liste der auftretenden Akteure, die allesamt auf ihre Gage zugunsten des guten Zwecks verzichten, reichte von Jan Graf, der seit der ersten Veranstaltung mit von der Partie ist über Matthias Stührwoldt und Ines Barber, die ebenfalls schon mehrfach dabei waren, bis hin zu Ilka Brüggemann und Annie Heger, die auch den Anfang machte.

Dabei bewies die quirlige Ostfriesin, dass sie nicht nur plattdeutsche Geschichten erzählen, sondern auch mit kraftvoller Soulstimme daherkommen kann. Kein Wunder, ist sie doch ausgebildete Musical-Sängerin. Und wenn sie zur Melodie von „Diamonds are a girls best friend“ auf Plattdeutsch singt, kann es schon mal laut werden. Matthias Stührwoldt plauderte wie gewohnt frei von der Leber weg und ohne Blatt vor dem Mund „intime Details“ aus dem Familienleben aus. So erfuhr man, dass „Vadders Unnerbüxen“ – Doppelripp weiß – aufgetragen und solange es ging gestopft wurden – mit dem Garn, was gerade übrig war: rot, grün, blau oder braun; nur nicht weiß.

Bei Ines Barber ging es nicht nur gestenreich um Radfahrer, die auf der Landstraße den Verkehr aufhalten, sondern auch um schummelnde Rentner auf ihren E-Bikes und um Facebook bis hin zur Entspannung in der gemischten Sauna, die aber auch daneben gehen kann.

Nach der Pause standen noch NDR-Redakteurin Ilka Brüggemann und Jan Graf auf dem Programm. Brüggemann erzählte ihre Geschichten, die all das beinhalten, was das Leben an Hürden, Problemen und Stolperfallen bereithält, auf freundlich-freche Art, stets mit der richtigen Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe sowie mit einem charmanten Augenzwinkern. Und Jan Graf, von dem das Publikum meist nicht genug bekommen kann und der deshalb für „Rotary op platt“ nahezu unverzichtbar ist, lief wieder zu Höchstform auf, bevor am Ende alle Akteure gemeinsam mit dem Publikum wieder das Lied von „Herrn Pastor sien Koh“ sangen, was schon als traditionell bezeichnet werden kann.

Der tosende Applaus zeigte, das Publikum war nicht enttäuscht worden. Waltraud und Armin Leppert waren bereit das sechste Mal dabei und auch diesmal begeistert. „Nur der Gesang von Annie Heger war etwas zu laut, ohne Mikrofon wäre es vermutlich besser gewesen“, stellte Waltraud Leppert fest, der bis zur Pause Matthias Stührwoldt am besten gefallen hatte. Schwiegertochter Anja Garling aus Dänischenhagen, die zwar kein Platt spricht, es aber gut versteht, war zum ersten Mal bei dabei und fand´s einfach „toll“.

Und wer nicht dabei war, kann den Abend in einer Aufzeichnung über Wochen verteilt auf NDR I – Welle Nord immer montags ab 21.05 Uhr hören. Die erste Ausstrahlung ist heute.

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