Zu viele Fragen offen : Bebauungsplan Ringweg – Beschluss vertagt

Für die Bebauung des Sportplatzes am Ringweg gilt es noch viele Fragen zu klären.
Für die Bebauung des Sportplatzes am Ringweg gilt es noch viele Fragen zu klären.

Gemeindevertretung trifft noch keine Entscheidung zur Auslegung des Bebauungsplans Nr. 75 für das Sportplatzgelände am Ringweg

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22. Mai 2015, 06:00 Uhr

Gettorf | Ist das Außengelände für die Erweiterung der Kita am Sportplatz groß genug? Reichen dort 34 Parkplätze? Sollte das mittlere der drei im nördlichen Bereich geplanten Mehrfamilienhäuser aus Rücksicht auf die Anwohner der Gartenstraße lieber im südöstlichen Bereich entstehen? Was ist mit Reihenhäusern? Und ist ein offener Graben tatsächlich die beste Lösung der Regenwasserproblematik? Zu viele Fragen blieben offen, um für den vorgelegten Entwurf und die Auslegung des Bebauungsplan Nr. 75 für das Sportplatzgelände am Ringweg zu stimmen. Zu dieser Überzeugung kam die mit nur elf von 19 Gemeindevertretern in Minimalbesetzung angetretene Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am Mittwochabend.

Nach anhaltender Diskussion kam man überein, die Angelegenheit zurück in den Fachausschuss, den Bauausschuss, zu verweisen. Auch wenn, wie Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) betonte, die Zeit drängt, weil man im Oktober Baurecht für die Kita geschaffen haben möchte. „Es macht keinen Sinn Entscheidungen zu treffen, wo es in der Tat noch Diskussionsbedarf gibt“, machte Hans-Ulrich Frank (CDU) deutlich. „In vier, acht Wochen oder drei Jahren ärgern wir uns über Details, die nicht richtig bedacht wurden.“

Nach den von Stadtplanerin Kerstin Langmaack und Ingenieur Marc Stümke vom Büro Rohwer und Partner überarbeiteten und zuletzt vorgelegten Plänen soll auf dem Gelände in Nachbarschaft der jetzigen Kita am Sportplatz ein neues Kita-Gebäude für drei Gruppen mit 34 Stellplätzen und Außengelände errichtet wer-den. Für das übrige Plangebiet sind rund 60 Wohneinheiten vorgesehen. Darunter etwa 44 Einfamilien- und Doppelhäuser, drei Mehrfamilienhäuser im nördlichen Bereich, eventuell Reihenhäuser im südlichen Bereich. Die baulichen Festsetzungen ähneln denen im Baugebiet Stohler Damm. Ein offener Graben und ein großes Regenrückhaltebecken im südlichen Bereich dienen der Regenwasserentwässerung. Erschlossen werden soll das Gebiet über eine u-förmige Straße über den Ringweg.

Bodil Maria Busch (Grüne) sprach sich dafür aus, das Außengelände für die Kita mit dann etwa 100 Kindern größer zu planen und dafür zwei Baugrundstücke weniger anzubieten. „Es geht darum, möglichst viel Geld hereinzuholen mit dem Verkauf der Baugrundstücke“, wusste auch sie. Aber sie würde lieber die Preise für die übrigen Baugrundstücke etwas erhöhen und dafür den Kita-Kindern mehr Platz einräumen. Zustimmung erhielt sie von Reinhard Jandke (FDP). Mit Rücksicht auf die betroffe-nen Anwohner der Gartenstraße wurde vorgeschlagen, im nördlichen Bereich des Gebietes statt des mittleren Mehrfamilienhauses lieber niedrigere Einfamilien- oder Doppelhäuser zu planen und das Mehrfamilienhaus in den südöstlichen Bereich zu verschieben.

Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) sprach sich noch einmal vehement gegen einen offenen Graben und stattdessen für Rohre zur Lösung der Regenwasserproblematik aus. „Ich habe die Befürchtung, dass wir sonst Ärger bekommen“, sagte er. „Bei Starkregen haben wir dort Land unter.“ Da sei der Ärger mit den Grundstückserwerbern vorprogrammiert. Man kam überein, all diese Punkte nochmal in einer gesonderten Bauausschusssitzung zu besprechen.

Der Modernisierung der Kläranlage mit einer Gesamtinvestition von rund 5 Millionen Euro bis 2029 wurde, wie bereits im Bau- und Finanzausschuss beraten und beschlossen, zugestimmt. Die angeschlossen Gemeinden Osdorf und Lindau werden entsprechend beteiligt.



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