alte bauschule : Bauschulareal wird zum Wohnpark mit grüner Lunge

Keines der geplanten Häuser soll höher als das denkmalgeschützte Hauptgebäude der ehemaligen Fachhochschule werden.
Keines der geplanten Häuser soll höher als das denkmalgeschützte Hauptgebäude der ehemaligen Fachhochschule werden.

Das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen hat den Siegerentwurf für die Bebauung des ehemaligen Bauschulgeländes präsentiert. Der Gestaltungsbeirat war sehr zufrieden.

shz.de von
26. Juni 2014, 06:39 Uhr

Jahrzehntelang haben hier Studenten gebüffelt, jetzt wird das ehemalige Areal der Fachhochschule für Bauwesen im Lorenz-von-Stein-Ring zum Wohnpark. Nachdem das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen (GWU) das Gelände 2011 kaufte, rief das GWU auf Wunsch der Stadt einen städtebaulichen Wettbewerb aus. Am Dienstagabend wurde der Siegerentwurf im Planungs- und Gestaltungsbeirat der Stadt präsentiert.

Sechs Architekturbüros aus Norddeutschland und Berlin haben teilgenommen, den ersten Preis gewann das Architekturbüro „H architekten“ aus Kiel in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsbüro Jaenicke und Blank und dem Landschaftsarchitekten Jörn Wagner. Demnach soll das unter Denkmalschutz stehende Hauptgebäude stehenbleiben und die Neubebauung ausschließlich im Osten des 2,7 Hektar großen Grundstückes erfolgen, so dass der parkähnliche Landschaftsraum im Westen erhalten bleibt. Angedacht sind zehn zwei- bis dreigeschossige Wohnbauten mit insgesamt 80 Mietwohnungen. „Dabei war die Struktur der bestehenden Wohnsiedlung zu reflektieren und die Dominanz der Bauschule zu erhalten“, führte der Architekt und Stadtplaner Günther Wilkens als Vorsitzender des Preisgerichts aus.

Dass sich das neue Quartier gut in seine Umgebung einfügt, empfindet auch Prof. Friedrich Spengelin, der seinerzeit für die Architektur dieses Areals verantwortlich zeichnete. Er hat die Entwürfe vorab gesichtet und sich ebenfalls für diesen Entwurf ausgesprochen.

Der Wettbewerb wurde in den vergangenen Monaten in Zusammenarbeit mit der „iwb Ingenieursgesellschaft“ und unter Mitwirkung der Architekten- und Ingenieurskammer Schleswig-Holstein durchgeführt. Die Jury setzte sich aus neun stimmberechtigten Mitgliedern zusammen, darunter Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder des GWU, Architekten und Stadtplaner sowie Vertreter aus der Ratsversammlung und dem Bauamt.

Bei den Mieten ist ein Drittelmix vorgesehen. Dies bedeutet für den ersten und zweiten Förderweg eine durchschnittliche Miete von 5,20 bzw. 7 Euro pro Quadratmeter und für frei finanzierte Wohnungen eine Miete von mindestens 8 Euro pro Quadratmeter. „Nachdem in Eckernförde viele Eigentumswohnungen in stadtnaher Lage geschaffen wurde, möchten wir an dieser Stelle Mietwohnungen zur Verfügung stellen, die der hohen Nachfrage nach modernem und barrierefreien Wohnraum gerecht werden und die für alle Generationen nutzbar und vor allem bezahlbar sind,“ erklärt GWU-Vorstand Dr. Stephan Seliger.

Unberührt blieb das denkmalgeschützte Hauptgebäude, für das in einem gesonderten Verfahren Umnutzungsvorschläge entwickelt werden. Seliger: „Für dieses Gebäude werden unter anderem auch alternative Wohnformen in Betracht gezogen werden. Eine Möglichkeit, die wir derzeit diskutieren, ist die Entwicklung von ambulant betreuten Wohnanlagen.“ Fest stehe, dass das GWU seinen Verwaltungsstandort auf das neue Gelände verlagert.

Der Siegerentwurf fand bei den Mitgliedern des Gestaltungsbeirates Anklang. Sie hoben die Erhaltung der parkähnlichen Landschaft hervor. Von einer „wunderschönen Arbeit“ sprach Teja Trüper. Auch Fredo Wiescholek lobte den „demokratischen Prozess“: „Mehr von diesen Wettbewerben.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen