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Eckernförder Zeitung

18. Oktober 2017 | 21:22 Uhr

Bauausschuss Gettorf : Baugebiet statt Biotop?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Grüne stimmen gegen eine Bebauung am Ofeld. Sportheim-Umbau zum Kita-Provisorium wird günstiger.

Gettorf | Die öffentliche Grünfläche zwischen der Kieler Chaussee und Ofeld könnte mit Mehr- oder Einfamilienhäusern bebaut werden. In seiner Sitzung am Montag stimmte der Bauausschuss mehrheitlich dafür, die ersten Schritte einzuleiten, um den Bebauungsplan Nr. 22 - Ofeld - entsprechend zu än-dern. Die Fraktion der Bündnis 90/Grünen stimmte dagegen.

Wie sich bereits in der Sitzung der Gemeindevertretung ver-gangene Woche abzeichnete, erklärten sich die Grünen nicht einverstanden damit, die Grünfläche zu einem allgemeinen Wohngebiet zu entwickeln. Den Ausschlag dafür gaben die Ar-gumente von Wolfgang Miethke, dem Vorsitzende des AUG (Arbeitskreis Umweltschutz Gettorf). In einem kurzen Vortrag wies er darauf hin, dass der Untergrund dort nach Karten von 1982 aus Torf und Mudde von über einem Meter, aus Aufschüttungen und Auffüllungen bestünde. Für eine Wohnbebauung müsste entweder für geschätzte 400  000 Euro der Boden drei Meter tief ausgetauscht werden oder Pfahlbau mit Mehrkosten von 25  000 Euro pro Grundstück empfohlen werden. Zudem sei der AUG 1985 von dem damaligen Bürgermeister beauftragt worden, 160 Meter Knick in der Fläche anzulegen. Heute stünden dort Eichen mit einem Stammdurchmesser von 30 bis 40 Zentimeter, Pappeln mit einem Stammdurchmesser von 70 Zentimeter, Ahornbäume, Eschen und weitere Baumarten. All das wäre angemessen auszugleichen. „Als AUG möchte ich bitten, das ehrlich zu bewerten und abzuwägen“, sagte Wolfgang Miethke.

Meike Rogggenkamp (Grüne) forderte, die Fläche überhaupt nicht zu bebauen. „Sie ist inzwischen zu einem Biotop geworden“, sagte sie. Es müsse zunächst nach anderen Flächen gesucht werden.

Der Bauausschussvorsitzende Marco Koch (CDU) wünscht sich dort Bebauung. „Wenn man Flächen zur Verfügung hat und Geld braucht, muss man das machen“, betonte er. Im Haushalt sei mit dem Geld aus den Grundstücksverkäufen gerechnet worden. Sonst würde der Haushalt noch mehr in die Miesen rutschen. „Wenn der Grund so schlecht oder die Grünfläche als Biotop zu wertvoll ist, werden wir das lassen“, sagte Edzard Siebelts (SPD) zu. Aber das müsste man erst wissen. Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) ging davon aus, dass der Knick trotz Bebauung auf den Stock gesetzt dort bleiben könnte. Er fügte an: „Wir werden natürlich Bodenuntersuchungen machen lassen und erst dann die Grundstückspreise festlegen.“ Der erste Schritt zur Änderung des Bebauungsplanes für die Grünfläche wurde mit sieben Ja-Stimmen von CDU und SPD bei zwei Gegenstimmen der Grünen beschlossen.

Positive Nachrichten im Zusammenhang mit dem geplanten Umbau des ehemaligen Sportheims am Ringweg in Gettorf zur zweigruppigen Kita für die Nutzung über ein bis zwei Jahre: Der Umbau wird voraussichtlich günstiger als noch in der Gemeindevertretersitzung vergangen Woche angenommen. Das teilte der Bürgermeister Baasch mit. Nachdem sich die Verantwortlichen die Begebenheiten vor Ort zusammen mit dem die Umbauarbeiten begleitenden Architekten Matthias Wohlenberg aus Eckernförde noch einmal angeschaut haben, geht man nun von Kosten von 80  000 Euro statt 120  000 Euro dafür aus. Bürgermeister Jürgen Baasch verkündete: „Wir hoffen sogar, mit 60 bis 70  000 Euro auszukommen.“


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