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Bauernverband kämpft für besseres Image der Landwirtschaft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„Deutschland und Österreich haben die jüngsten Landwirte in Europa“, das sagte der Generalssekretär des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Stephan Gersteuer, kürzlich in Osdorf vor rund 30 Landwirten aus dem Dänischen Wohld bei der Winterversammlung des Bezirksverbands des Bauernverbands Dänischer Wohld. Damit das so bleibe, brauche es aber nicht nur Geld, sondern auch eine gute Stimmung für die Landwirtschaft. Die Kritik an der Landwirtschaft sei häufig überzogen. In dem Zusammenhang wies er auch darauf hin, dass die Lebensmittelskandale der letzten Jahre überhaupt nichts mit der Landwirtschaft zu tun gehabt hätten.

Auf berechtigte Kritik müsse jedoch reagiert werden, so Gersteuer in seinem Vortrag. „Mit Transparenz und Veränderung können wir die Stimmungswende schaffen.“ Derzeit werde der Entwurf für ein Positionspapier in den Gremien diskutiert, das nach innen gerichtet sein und genau dazu einen Beitrag leisten soll. In diesem Papier sollen Standards festgeschrieben werden. So müsse es selbstverständlich sein, dass die Düngung nach dem Bedarf der Pflanzen erfolge und nicht nach dem Pegelstand der Güllebehälter. „Die Verwendung von Glyfusat zur Ernteerleichterung ist nicht okay“, so Gersteuer. Die Initiative Tierwohl gelte es auszubauen. Es sei selbstverständlich, dass Landwirte ihre Tiere anständig behandeln. Gegen die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen müsse konsequenter vorgegangen werden.

Drei Videos – jeweils eines über die Milchviehhaltung, über die Schweinehaltung und über den Ackerbau – sollen zusätzlich für ein besseres Image der Landwirtschaft sorgen. Damit will der Bauernverband in die Kinos.

Das schlechte Image der Landwirtschaft ist das Eine, das persönliche wirtschaftliche Risiko ist das andere. Das brennt den Bauern unter den Nägeln. Und das wurde in der Diskussion in Osdorf sehr deutlich. Ohne Investitionen in moderne Technik und Ställe gibt es keine Zukunft für die Höfe, die meist seit vielen Generationen in Familienbesitz sind. Das wiederum geht meist nicht ohne Kredite, vor allem dann nicht, wenn gerade eine Milchpreiskrise die finanziellen Reserven aufgefressen hat. Was aber ist, wenn die nächste Milchpreiskrise zuschlägt, bevor der Kredit abgetragen ist? Eine schwierige Entscheidung, deren Folgen die Existenz gefährden können, so oder so. Beratung kommt an ihre Grenzen, wenn die Zukunft nicht vorhersehbar ist. „Jeder Landwirt muss letztlich für sich selbst verantwortlich entscheiden, welches Risiko er eingehen will“, so Generalsekretär Stephan Gersteuer.

Der Bauernverband bietet ein Forum zum Austausch, kann aber dem einzelnen Landwirt die Entscheidung nicht abnehmen. Aber Lobbyarbeit gegenüber Politik und Öffentlichkeit für gute Rahmenbedingungen für die Bauern wird er auch in Zukunft betreiben. Im Vorfeld der kommenden Landtagswahl sind Veranstaltungen mit Vertretern fast aller Parteien geplant. Nur die AfD will der Verband nicht einladen.

Der Bezirksverband Dänischer Wohld des Bauernverbandes organisiert 100 wirtschaftende Betriebe. Vorsitzender ist Otto Gravert aus Lindau.

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