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Kreisbauernverband zieht Bilanz : Bauern freuen sich über gute Ernte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kreisverbandsvorsitzender: „Ungewöhnlich hohe Erträge und hervorragende Qualität“ / Mais wird erst ab dem 20. Oktober eingefahren

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2015 | 06:22 Uhr

Rendsburg-Eckernförde | Die Ernte im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist bislang ausgezeichnet ausgefallen. Klaus-Peter Lucht, Kreisvorsitzender des Bauernverbands und Landwirt in Mörel, erklärt im Gespräch mit LZ-Redakteur Tilmann Post die Hintergründe – und die Auswirkungen auf die Preise.

Die Getreideernte ist abgeschlossen – sind Sie zufrieden?

Ja, wir haben ungewöhnlich hohe Erträge bei Wintergerste, Roggen und Weizen – bei allen kommen wir im Durchschnitt auf 90 bis 100 Doppelzentner pro Hektar. Auch die Qualität des Getreides ist hervorragend. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde reicht das wie gewohnt für gutes Futtermaterial. Hier werden keine Brotqualitäten erreicht wie etwa in Ostholstein. Allein die Witterung hat uns Probleme bereitet. Wir hatten zwar ausreichend Niederschlag für alle Kulturen, doch das Erntefenster war mit zwei bis drei Tagen immer sehr klein, dann fing es wieder an zu regnen.

Erreichen die Preise das Vorjahresniveau?

Nein, sie fallen unterdurchschnittlich aus. Grund dafür ist der globale Wettbewerb. In der Schwarzmeerregion hat es zum Beispiel auch eine gute Ernte gegeben. Dort wird das Getreide derzeit günstiger verkauft. Das drückt den Preis. Wir hoffen, das durch die gestiegenen Mengen wieder wettzumachen.

Wie sieht es bei der Gras-Ernte aus?

Der erste und zweite Schnitt vom Mai und Juli weist eine gute Qualität mit hohem Eiweißgehalt auf. Das entlastet die Milchviehbetriebe, weil sie deshalb weniger Kraftfutter für die Kühe zukaufen müssen. Dadurch können die Kollegen den niedrigen Milchpreis ein wenig auffangen.

Sehen Sie beim Milchpreis Licht am Ende des Tunnels?

Ich hoffe, dass wir mit dem derzeitigen Preis von 26 bis 27 Cent pro Liter den Bodensatz erreicht haben. Ein Anzeichen: Der Preis für Milchpulver hat bei Auktionen in Neuseeland, das neben Nordamerika und Europa der dritte große Player auf dem Weltmarkt ist, wieder etwas angezogen. Dennoch machen uns das Russland-Embargo und die Absatzflaute in China noch zu schaffen, obwohl in Deutschland etwas weniger Milch produziert wird als vor einem Jahr. Weltweit ist die Produktion jedoch gestiegen. Wir haben neue Märkte erschlossen, etwa in Mittel- und Südamerika, deshalb entstehen auch keine „Milchseen“. Dort werden aber nur geringe Preise erzielt.

Zurück nach Rendsburg-Eckernförde: Konnten Sie einen guten Grundstein für die Ernte 2016 legen?

Wir hatten viel Regen, das hat die Aussaatbedingungen erschwert. Gerade bei Weizen, Wintergerste und Roggen hängen wir hinterher, eigentlich sollte die Saat zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen sein. Die Kollegen brauchen dafür jedoch noch einige Tage Trockenheit.

Wann wird der Mais gehäckselt?

Ich rechne damit, dass wir nicht vor dem 20. Oktober ernten können. Damit sind wir drei bis vier Wochen später dran als üblich. Das Frühjahr war verhältnismäßig kalt und trocken, deshalb sind die Pflanzen erst spät in Gang gekommen. Für die Ernte brauchen wir noch einmal eine Periode ohne Regen, dann sind wir damit innerhalb von drei bis vier Wochen durch.

Geht der Trend weiter zu immer größeren Mais-Flächen?

Nein, der Anbau ist rückläufig. In Schleswig-Holstein ist die Fläche auf 160  000 Hektar geschrumpft. Das sind 20  000 Hektar weniger als 2014. Das geht vor allem auf neue Vorgaben der Europäischen Union zur Fruchtfolge zurück. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde wird ohnehin nicht so viel Mais angebaut wie anderswo, unter anderem weil es hier weniger Biogasanlagen gibt.

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