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Altkleidersammlung : Basisarbeit fürs Rote Kreuz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Genau 2269 Säcke Altkleider hat die DRK-Ortsgruppe Eckernförde am vergangenen Sonnabend gesammelt. Doch nicht nur Klamotten waren in den Säcken.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 06:02 Uhr

Sack für Sack landet auf der Ladefläche des großen LKW. Im Tagesverlauf sind es am Ende 2269 Säcke mit Altkleidern, die am vergangenen Sonnabend im Rahmen der DRK-Altkleidersammlung für den guten Zweck zusammenkommen. Vielfältig sind die Inhalte, nicht alles was sich in den Säcken befindet, fällt unter die Rubrik „Altkleider“.

„Es ist schon abenteuerlich, was man da so findet“, weiß Sammlungsleiter Sebastian Giese von der DRK-Ortsgruppe Eckernförde. Kuscheltiere jeglicher Art sind noch das wenigste, aber Schminktaschen mit allen Utensilien kommen zum Vorschein, und Elektroschrott bis hin zu Müll versucht so mancher auf diesem Wege loszuwerden – einer der Gründe, warum die Helfer auch Schutzhandschuhe tragen.

Seit acht Uhr sind die Helfer von DRK, THW und der DRK-Bereitschaft unterwegs. Die Sammlung greift auch ins Umland, wo unter anderem Thumby, Rieseby, Brodersby und Groß Wittensee neben 32 weiteren Orten auf der Liste stehen. Am zentralen Sammelpunkt sorgen dann die unterstützenden Hände von der Jugendfeuerwehr, dem Jugendrotkreuz und dem gleichnamigen Orchester dafür, dass die Säcke umgeladen und der ein oder andere geplatzte Sack umgefüllt werden.

Deutschlandweit sammelt das DRK jährlich 80 000 bis 100 000 Tonnen Altkleider. Davon ist etwa die Hälfte noch tragbare Kleidung, der Rest eignet sich nur noch als Rohstoff für Dämmstoffe, Türverkleidungen, Armaturenbretter oder als Putzlappen. 4000 bis 5000 Tonnen Kleidung werden direkt an bedürftige Menschen weitergegeben, die über die Kleiderkammern, so auch in Eckernförde, erfolgt. Ein Großteil der Kleidung dient als Reserve für Katastrophen oder Notfälle, vieles wird Jahreszeitlich bedingt umgeschichtet.

Welche Bedeutung die Kleiderkammer dabei in Eckernförde hat, weiß Annegret Wilm, als ehrenamtliche Kraft inzwischen seit gut 30 Jahren dabei. Rund 15 000 Kleidungsstücke gibt sie aus, versorgt gut 1200 Menschen. „Schön ist, wenn man dann mal ein Dankeschön erfährt, aber viele nehmen einfach nur, als hätten sie einen Anspruch“, so Wilms die neben ihrem Beruf fast 500 Stunden im Jahr für das DRK aufbringt. Ziel sei die Grundversorgung, die aktuell gerade junge Familien mit Kleinkindern betrifft, erschwerend sei die Sprachbarriere bei ausländischen Bedürftigen.

„Dass Altkleidersammlungen ein gutes Geschäft sind, macht sich durch die Konkurrenz schon bemerkbar“, berichtet Stefan Behrendt, DRK-Bereitschaftsleiter Eckernförde. So sei das Aufkommen allein in Rieseby nahezu auf die Hälfte gegenüber den Spitzenjahren zurückgegangen, bestätigt Mario Pohl, der seit 20 Jahren die Aktion unterstützt. Die daraus bedingten Mindereinnahmen beim Verkauf der weiter verwertbaren Anteile hat direkte Auswirkungen: Einnahmen aus der Textilsammlung machten in der Vergangenheit rund 40 Prozent der freien Mittel des DRK-Kreisverbandes aus, der damit karitative Aufgaben, aus denen sich die öffentliche Hand herauszog, finanzierte.

Kleiderspender, die gut erhaltene Altkleider karitativ weiter verwendet wissen wollen, geben diese bitte bei der DRK-Kleiderkammer in der Gasstraße ab.


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