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Pilotprojekt : Barrierefreiheit: Projekt will „Reisen für Alle“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein neues Projekt ruft dazu auf, den Grad der Barrierefreiheit von Einrichtungen festzuhalten und auf einer Homepage zu veröffentlichen. Eckernförde ist als Pilotregion dabei.

Die Barrierefreiheit spielt in Eckernförde eine große Rolle – und soll jetzt noch mehr Beachtung finden. Eckernförde hat sich als eine von elf Pilotregionen für das bundesweite Projekt „Reisen für alle“ zur Verfügung gestellt. In ihnen sollen Einrichtungen jeglicher Art, vom Hotelzimmer bis zum Souvenirladen, darauf geprüft werden, wie behindertengerecht sie sind. Letzten Endes sollen sich möglichst viele Einrichtungen in den Erhebungen wiederfinden und die Daten bundesweit auf einer Homepage der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Ziel ist es, verlässliche Informationen für Reisende mit Handicap zu erheben. Bundesweit sollen einheitliche Kennzeichnungen und Zertifizierungen für eine Vergleichbarkeit sorgen, die Urlaubsorte sollen sensibilisiert und auch geschult werden. „Für uns geht es darum zu erfahren: Wie sind wir aufgestellt? Wer bietet was an? Und was sollte man noch ändern?“, sagt Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Eckernförde Touristik- und Marketinggesellschaft (ETMG). Denn viele Menschen mit Handicap, besonders ältere Menschen, entdecken Eckernförde als Urlaubsdomizil.

Träger des Projekts sind das Deutsche Seminar für Tourismus Berlin (DSFT) und die Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle (NatKo). Geld gibt es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Schließlich ist die selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen Gegenstand einer Übereinkunft der Vereinten Nationen. Deshalb strebt die Bundesregierung in ihren Tourismuspolitischen Leitlinien auch die Teilhabe Aller am Tourismus an. Barrierefreier Tourismus ist außerdem eines der wenigen Segmente mit Wachstum in Deutschland. So ist Barrierefreiheit nach aktuellen Studien für etwa 10 Prozent der Bevölkerung unentbehrlich.

In Eckernförde haben sich mit Marnie Schäfer von der ETMG und Anke Braun als Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderung schon zwei zertifizierte „Erheber“ gefunden. Ausgerüstet mit Zentimetermaß, Fotoapparat und vielen standardisierten Fragebögen erheben sie zurzeit die Daten zur Barrierefreiheit der öffentlichen Gebäude. „Es ist eine reine Datenerhebung, keine Bewertung“, betont Anke Braun. Dabei wird nicht nur an Rollstuhlfahrer gedacht, sondern auch an Seh- und Hörbehinderte, Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder ältere Menschen mit Gehbehinderung.

Doch nicht nur öffentliche Gebäude sollen untersucht werden, auch Vermieter von Urlaubsunterkünften, Geschäftsleute, Gastronomen und alle, die in irgendeiner Form Interesse daran haben, können sich an die ETMG oder die Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TASH) wenden und den Besuch der beiden Erheberinnen beantragen. Stefan Borgmann ermuntert dazu: „Es ist zwar viel Arbeit für uns, aber die Ergebnisse nützen den Menschen mit Handicap. Das Angebot gilt für die ganze LTO-Region.“ Voraussichtlich im Februar will er zu einer Informationsveranstaltung einladen, auf der er das Projekt noch einmal erläutert.

 

 

> ETMG, Tel. 04351/71790, www.deutschland-barrierefrei-erleben.de

 

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