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Eckernförder Zeitung

21. Oktober 2017 | 14:56 Uhr

Modernisierung : Barrierefreier Bahnhof ab 2018

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Pläne sollen bis Mitte 2016 vorliegen / Umstellung der Schranken- und Signalanlage bis 2017 / Zweiter Zugang von der Bergstraße geplant

Gettorf | Für die Fahrgäste wird es endlich komfortabler. 2018 soll der Bahnhof umgebaut werden, Mitte 2016 sollen die Pläne für die Modernisierung vorliegen und vorgestellt werden. Das teilte Jochen Schulz, zuständig für die Infrastruktur bei der NAH.SH GmbH, die den landesweiten Schienenverkehr organisiert, am Montag in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr, Bauwesen und Umwelt mit.

Eine gute Nachricht. Denn seit Jahren versucht die Gemeinde die NAH.SH GmbH und die DB Station & Service, die Betreibergesellschaft der Verkehrsstationen am Streckennetz der DB Netz AG, die für den Betrieb und die Wartung der Bahnhöfe und Haltepunkte zuständig ist, dazu zu bewegen, den Bahnhof zu modernisieren, die Haltestelle umzubauen und die Bahnsteige barrierefrei zugänglich zu machen. Stets wurde darauf verwiesen, dass das im Zusammenhang mit der geplanten Automatisierung des Stellwerks geschehen würde. Im Gespräch zuletzt im Juli war erneut nur zu erfahren, dass der Umbau mittelfristig geplant sei, was meinte, innerhalb von fünf Jahren. „Das deuten wir alle positiv, dass es 2018 losgeht“, meinte daher der Ausschussvorsitzende Marco Koch (CDU). „Unser Bahnhof in Gettorf ist nicht barrierefrei, man kommt nicht ebenerdig in die Züge hinein. Da muss etwas gemacht werden.“

Viele Gettorfer stört nicht nur, dass man schlecht von einem Bahnsteig zum anderen kommt und nicht ebenerdig die Züge besteigen kann, sondern auch das Erscheinungsbild des Bahnhofs. Entsprechend äußerte sich auch Brigitte Müller-Diepenbeck vom Seniorenbeirat, der die Sitzung begleitete. Jochen Schulz bestätigte die Notwendigkeit der Modernisierung. Der Bahnhof Gettorf, wo an Werktagen um die 900 Fahrgäste ein- und aussteigen, sei die größte Station in Schleswig-Holstein, die noch nicht barrierefrei ist, sagte er. „Deshalb ist da Handlungsbedarf.“

Auch er führte als Grund dafür, dass noch nichts passiert ist an, dass der Umbau des Bahnhofs erst im Zusammenhang mit der geplanten Umstellung der Schranken- und Signalanlage Sinn mache. Der Fahrdienstleiter werde ersetzt, die Anlage ferngesteuert. „Das soll jetzt plötzlich sehr schnell geschehen, bis 2017.“ Dann stellte er das Konzept vor, das jedoch noch kein Plan sei, wie er einschränkend betonte. Das Planverfahren käme noch. Wichtig war ihm, den Einstieg an der fast 100 Jahre alten Bahnsteiganlage zu verbessern. „Das ist kein Einstiegskomfort, das ist unterster Standard“, bekannte er. Zudem müssten die Wege kürzer werden, so dass man von Bahnsteig direkt in die Innenstadt laufen könne. Um beides zu verbessern, ist vorgesehen, dass die Fahrgäste von einem 3,50 Meter breiten, ebenerdigen Mittelbahnsteig aus in die Züge in beide Fahrtrichtungen einsteigen. Das biete auch für Rollstuhlfahrer, Fahrgäste mit Gehwagen oder Kinderwagen mehr Einstiegskomfort. Vom Bahnhofsvorplatz aus ist ein unbeschrankter Zugang zum Mittelbahnsteig vorgesehen. Der zweite, neue Zugang von der Bergstraße aus zum Mittelgleis wird beschrankt, um die Sicherheit vor durchfahrenden Zügen gewährleisten zu können. Dort müssten die Schließzeiten berücksichtigt werden, die sich jedoch verkürzen sollen. Aus dem Ausschuss kamen weitere Anregungen. Der Ausschussvorsitzende Marco Koch sah es für sinnvoll an, den oder die Fahrkartenautomaten in einem geschützten Raum unterzubringen oder zumindest unter einem auf dem Bahnsteig errichteten Wetterschutz. Er forderte weiter, dass der Bahnübergang Bergstraße sicherer werden muss, da sich derzeit Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer die Straße teilen. Meike Roggenkamp (Bündnis 90/Die Grünen) wünschte sich ordentliche Fahrradständer, sowohl am Zugang über die Bergstraße als auch am Zugang über den Bahnhofsvorplatz, damit das Bahnfahren attraktiver werde.

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