Barrierefreie Haltestellen: Musterknabe will 100 Prozent

Bis 2022 müssen die Kommunen ihre Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut haben – Eckernförde ist top

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29. März 2017, 06:58 Uhr

„Wir fassen es an“. Mit dieser klaren Botschaft trat der für den Ausbau der Bushaltestellen im Stadtgebiet zuständige Tiefbauchef des Bauamtes, Axel Sperber vor den Bauausschuss. Damit gab Sperber auch die weitere Richtung vor: die Stadt Eckernförde investiert auch in den nächsten Jahren in den Ausbau ihrer 133 Haltestellen. 73 davon (55 Prozent) sind nach Sperbers Angaben bereits barrierefrei nach dem höchsten Ausbaustandard der zweiten und dritten Generation (abgesetzter Leitstreifen, 16 bis 18 Zentimeter Bordhöhe, Aufmerksamkeitsfeld mit Noppen und Auffindestreifen für sehbehinderte Fahrgäste). Neun Haltestellen sind bedingt barrierefrei, das heißt, sie verfügen über einen erhöhten Bordstein. Zusammen macht das 82 barrierefreie und bedingt barrierefreie Bushaltestellen im Stadtgebiet. Damit hat Eckernförde bereits eine Quote von 62 Prozent erreicht.

„Das ist ganz gut“, sagte Sperber bescheiden. Er weiß aber auch, dass der Kreis Eckernförde mit diesem Ergebnis unangefochten „der Musterschüler des Kreises Rendsburg-Eckernförde“ ansieht. „Keine andere Stadt oder Gemeinde ist auch nur annähernd so weit“, so Sperber. Damit meint der Experte die Vorgabe nach dem Personenbeförderungsgesetz, dass die Kommunen bis zum 1. Januar 2022 ihre Bushaltestellen vollständig barrierefrei auszubauen haben. Davon sind diese – bis auf die Ausnahmen Eckernförde – noch meilenweit entfernt. Von den rund 19  000 Bushaltestellen im Kreis dürfte bis Ende 2021 lediglich 650 entsprechend umgerüstet sein. Das Ostseebad Eckernförde strebt hingegen nach Auskunft Sperbers eine vollständige Barrierefreiheit seiner 133 Bushaltestellen an.

Und greift dafür auch tief in die Tasche. 320  000 Euro sind dafür nach grober Schätzung in den nächsten sechs Jahren eingeplant. Dabei geht es in erster Linie um die Erhöhung der Bordkanten an den Haltestellen und den Einbau taktiler Elemente wie Leitstreifen oder Noppenfelder. Fördermittel soll es dafür allerdings nicht geben.

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