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Bahnhof Eckernförde : Barrierefrei in die Regionalbahn

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Deutsche Bahn und das Land haben 1,9 Millionen Euro in den barrierefreien Ausbau der Bahnsteige in Eckernförde investiert. Für die Reisegäste mit viel Gepäck und Gehbehinderungen eine große Erleichterung.

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erstellt am 21.Mai.2016 | 06:58 Uhr

Eckernförde | Nicht das schmucklose Bahnhofsgebäude ist die Visitenkarte des Eckernförder Bahnhofs, sondern die frisch ausgebauten, barrierefreien Bahnsteige. Sie ermöglichen den täglich 1700 Fahrgästen einen stufenlosen, bequemen Ein- und Ausstieg aus der Regionalbahn nach oder von Kiel oder Flensburg im Halb-Stunden-Takt. Gestern haben Frank Nägele, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein, Bernhard Wewers, Geschäftsführer des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein (NAH.SH), Andrea Gebbeken, Leiterin DB Station & Service Nord und Eckernfördes Bürgervorsteherin Karin Himstedt den Bahnhof Eckernförde nach der Herstellung der Stufenfreiheit eröffnet. Das Stationsprogramm Schleswig-Holstein hat zum Ziel, nach und nach alle Bahnstationen auf einen modernen und barrierefreien Stand zu bringen. „78 Prozent der Stationen in Schleswig-Holstein sind für mobilitätseingeschränkte Reisende erreichbar“, sagte Bernhard Wewers.

Besonders Familien mit Kindern und viel Gepäck, Menschen mit Gehbeschwerden oder Rollatoren oder Rollstuhlfahrer dürften vom barrierefreien Ausbau der Bahnsteige profitieren. Der Zugzugang wird spürbar erleichtert. Seit Mitte September letzten Jahres hat die Bahn die Bahnsteige komplett erneuert und um 38 Zentimeter auf 76 Zentimeter erhöht, was exakt der Einstiegshöhe ins Abteil der Regionalbahn entspricht. Um die Sache abzurunden, hat die Bahn in Eckernförde noch ein taktiles Leitsystem für Sehbehinderte sowie ein neues Wegeleit- und Informationssystem installiert. Die Bahnsteige haben neue Beleuchtungsanlagen sowie neue Ausstattungen wie beispielsweise Sitzgelegenheiten und Info-Vitrinen und auf dem Außenbahnsteig ein neues Wetterschutzhaus erhalten. Außerdem wurden neue Schriftanzeiger installiert und die Lautsprecher erneuert. Das Gesamtpaket kostet rund 1,9 Millionen Euro, die Kosten teilen sich Bund und Land.

Schleswig-Holstein werde „Stück für Stück barrierefrei“, sagte Staatssekretär Nägele. „Unser Ziel ist es, dass die Menschen in Schleswig-Holstein den Nahverkehr einfach und möglichst ohne Zugangshemmnisse nutzen können. Diesem Ziel sind wir mit dem barrierefreien Ausbau von weiteren fünf Stationen im Land ein ganzes Stück näher gekommen.“ Bis 2022 solle das gesamte öffentliche Streckennetz im Personennahverkehr barrierefrei sein. Neben Eckernförde sind auch die Bahnhöfe in Lunden (1,4 Millionen Euro), Wrist (3,6 Millionen), Meldorf (1,1 Millionen ) und Mölln (1 Million) barrierefrei ausgebaut. Im nächsten Schritt folgen die Bahnhöfe in Süderbrarup, Garding und Tönning.

Unmittelbar profitiert hat gestern auch der schwerbehinderte Fahrgast Regina Pluta aus Neukirchen-Vluyn bei Duisburg. Nach ihrem elftägigen Eckernförde-Aufenthalt bei ihrer Freundin Marita Neugebauer ging’s gestern zurück ins Ruhrgebiet. Der Start war barrierefrei, worüber die asthmakranke und unter Knochenschwund leidende Frau sehr glücklich war. „In Kiel und Hamburg hat meine Tochter mir Einstiegshilfen organisiert, und in Duisburg bringt mich ein Taxi die 20 Kilometer nach Hause“, sagte Regina Pluta, der Eckernförde sehr gut gefiel: „Super, tolle Gegend und tolle Luft.“ Sie werde wiederkommen.

Auch die zehn ehrenamtlichen Mitarbeiter der Bahnhofsmission unter der Leitung von Marita „Mike“ Zachow freuen sich über die Erleichterung beim Ein- und Aussteigen. Genug zu tun haben sie trotzdem, sagt die Teamleiterin, als Anlauf- und Auskunftsstelle für die vielen Reisenden nach dem Motto „Hält der Zug in Suchsdorf?“. Und nebenbei pflegen sie die Grünanlagen – „ein Liebesdienst“, sagt Mike Zachow, die seit 15 Jahren dabei ist. Die Bahnhofsmission verzeichne pro Jahr „10  000 Kontakte“.

Für den über 130 Jahre alten Bahnhof sind noch weitere Maßnahmen geplant. „Im Oktober werden zusätzlich drei neue mehrzeilige Zug-Info-Monitore auf den Bahnsteigen installiert. Damit ist Eckernförde der erste Bahnhof in Schleswig-Holstein, der diese neuen Anzeigen erhält. Unsere Reisenden können wir somit besser über die Zugfolge informieren“, sagte die DB Station& Service-Chefin Andrea Gebbeken.

>Siehe auch Bericht auf Seite 10




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