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Eckernförder Zeitung

21. August 2017 | 16:30 Uhr

Strandreinigung : Balsam für den Strand

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Naturschützer sammeln am Eckernförder Strand Müll, den andere achtlos am Strand entsorgt haben. Pappteller vom Kindergeburtstag, Plastikflaschen und Unmengen an Kippen wurden gesammelt. Die Naturschützer appellieren an alle, Müll zu vermeiden.

Der dritte Sonnabend im September hat weltweite Bedeutung. An diesem Tag treffen sich überall engagierte Naturschützer, um Küsten, Gewässer und Flussufer vom Müll zu befreien. Auch in Eckernförde. „Der Eckernförder Strand steht da vergleichsweise sehr gut da“, lies Hannah Sliwka (26) vom Ostsee-Info Center (OIC) verlauten. Ein Umstand der weniger dem Bewusstsein tausender Strandbesucher im Sommer, sondern der regelmäßigen und gründlichen Strandreinigung durch die Eckernförder Touristik und Marketing GmbH zu verdanken ist.

Seit 26 Jahren haben sich beim „International Coastal Cleanup“ mehr als eine halbe Million Teilnehmer pro Jahr zur weltweit größten ehrenamtlichen Aktion für den Meeresschutz beteiligt. In Eckernförde war am vergangenen Sonnabend eine 22- köpfige Gruppe mit dabei, um vom OIC aus Richtung Südstrand ihren Teil dazu beizutragen. Hier eine Plastikflasche dort eine Socke, Reste von Fischernetzen und Kronkorken, was die Helfer aus dem Sand ziehen oder aufheben, ist vielfältig und sorgt für Verwunderung und Unverständnis. „Da wurde ein ganzer Kindergeburtstag entsorgt“, sagte Marisa Flaig (9) und zeigte auf die Pappteller, die aus dem Sand gezogen wurden. Plastikteile von Flaschen, Pommes-Sticks, Feuerzeuge, Dosen und Essenverpackungen, Tetrapaks, Zigarettenschachteln und –stummel machen die Masse aus. „Zehn Zigarettenkippen auf einen Quadratmeter, das Ganze nur fünf Meter vom Abfallbehälter weg,“ ihren Unmut darüber können die Beteiligten nur schwer zügeln. Legt man vom OIC bis zum Wellenbad eine ungefähre Fläche von 3000 Quadratmeter und eine „Zerfallszeit“ für Zigarettenfilter von bis zu zwei Jahren zugrunde, möchte man dort nicht mehr wirklich Kleinkinder im Sand spielen lassen.

„Mit der Aktion wollen wir nicht die Arbeit der Strandreinigung infrage stellen“, betonte Sliwka ausdrücklich und verwies auf das generelle Müllproblem auf den globalen Meeren: 10 000 Frachtcontainer fallen jährlich über Bord, der größte Müllstrudel im Pazifik, in ihm befinden sich sechs Mal mehr Plastikteile als Plankton, hat Ausmaße wie Mitteleuropa und ist aus dem Weltraum zu erkennen. Ausgewaschene Nano-Partikel moderner Kleidung werden nicht durch Kläranlagen gefiltert und gelangen in die Meere, wo sie sich an Oberflächen von Kleinstplastik anlagern. Für den Verfall benötigt Plastik 450 Jahre, chemisch ist es dann trotzdem noch in den Meeren vorhanden.

Unermüdlich klauben die Teilnehmer ein Teil nach dem anderen aus dem Sand, füllen sich die Müllsäcke mit den Hinterlassenschaften unseres Wohlstands. „Dass so viele zur Aktion erscheinen, hätte ich nicht gedacht“, freute sich Sliwka am Ende nach mehr als zwei Sammelstunden.

Die Zusammensetzung des Ergebnisses aus mehreren Eimern und Säcken wird zunächst noch analysiert und ab Mittwoch im OIC ausgestellt. Passend zur Präsentation gibt es auch eine Fotoausstellung von Anna Thielisch und Interessierte können sich am Mittwoch 16 Uhr zur Aktion „Tetrapaks – aus alt mach neu“ beim OIC anmelden. Am Freitag darauf wird ab 19 Uhr der Film „Fluch der Meere“ gezeigt.

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erstellt am 23.Sep.2013 | 05:52 Uhr

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