Bahnhofsverkauf: Das Maß ist voll

porträt kühl 1

von
09. Januar 2015, 06:10 Uhr

Schon die schleswig-holsteinische Landesgeschichte zu verstehen, soll so manchen Zeitgenossen in den Wahnsinn getrieben haben. Wird zumindest so überliefert. Da kann man allen Eckernfördern nur starke Nerven wünschen, die sich so auf den Neubau eines Kino-Centers freuen und am Gleichmut der Staats-AG Bahn zu verzweifeln drohen. Seit über einem Jahr liegen die Fakten auf dem Tisch, bewegt hat sich nichts. Es gibt nach wie vor kein Kaufpreisangebot für die mürbe Bahnhofshalle. Nicht zu fassen und für Außenstehende auch nicht nachzuvollziehen.

Der Bürgermeister hat jetzt die Nase voll und die Faxen dicke. Wenn die Bahn sich nicht bewegt, ist Schluss mit dem Bahnhofsprojekt. Dann kann die Bahn ihr Schmuckstück behalten. Was schade wäre für die Stadt, weil sie ein schöneres Entrée verdient hätte. Aber gut, irgendwann ist Schluss mit lustig. Es gibt auch noch andere Plätze, an denen ein Kino-Center gebaut werden könnte.

Jörg Sibbel ist entschlossen, im Falle eines unerfreulichen Verlaufs des in Kürze terminierten Gesprächs die Verhandlungen mit der Bahn zu beenden. Wenn er den Eindruck hat, es werde weiterhin nur heiße Luft produziert und die Stadt werde hingehalten, wird er die Ratsmitglieder bitten, die Standortsuche für ein Kino wieder aufzunehmen. Dann müssen eben die alten Vorschläge noch einmal geprüft und überarbeitet werden oder auch neue Möglichkeiten erdacht werden. Allein die Nooröffnung bietet viel Potential. Doch bevor die Kreativität zu sprühen beginnt, soll die Bahn noch eine Chance erhalten - allerdings ihre letzte.

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