Bürgermeister optimistisch: : Bahnhofsprojekt wieder in der Spur

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Investorengruppe setzt weiterhin auf einen Kino-Neubau in Bahnhofsnähe und den Bau eines Vollsortimenter am Schulweg. Ein Plan B in Sachen Kino sei nicht nötig, meint Bürgermeister Jörg Sibbel.

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12. Juli 2018, 06:46 Uhr

Eckernförde | Die Neugestaltung des Bahnhofsareals zählt zu den Top 3 der städtebaulichen Großprojekte Eckernfördes. Die 15 000 Quadratmeter zwischen Schulweg, Bahngleisen, Bahnhof und der vorhandenen Großbebauung an der Reeperbahn mit Pestalozzischule und Volkshochschule sollen in den nächsten Jahren vollkommen neu konzipiert und zu einem neuen innerstädtischen Quartier mit Mietwohnungen, Einzelhandel, Büros und einem Kino entwickelt werden. Das Kino ist am südlichen Ende des Park-and-Ride-Parkplatzes in der Nähe des Bahnhofs vorgesehen, der Vollsortimenter eher am Schulweg. Bevor gebaut wird, müssen am Grünen Weg und am 3. Gleis Ersatzparkplätze für die wegfallenden 285 öffentlichen, gebührenfreien Parkplätze auf dem P+R-Parkplatz am Schulweg geschaffen werden. In einem Gespräch mit unserer Zeitung wies Bürgermeister Jörg Sibbel auf die große Bedeutung dieses Projekts für Eckernförde hin.

„Für diese Bebauungsvariante gibt es ernstzunehmende Planungen einer Investorengruppe“, bestätigte der Bürgermeister. Mit der Umsetzung dieser Planung würde man die Stadtentwicklung in drei wichtigen Punkten voranbringen, sagte Sibbel: „Erstens sichert ein Vollsortimenter mit Frischwaren die Versorgung in der Innenstadt mit Lebensmitteln, so dass diese weiterhin gleichermaßen als Zentrum für Arbeiten und Wohnen attraktiv bleibt. Nachdem sich Aldi und Markant gegen einen Verbleib in der Innenstadt ausgesprochen haben, sehen wir die Notwendigkeit, hier einen weiteren Einzelhandelsmarkt anzusiedeln, um auch in der Innenstadt die fußläufige Erreichbarkeit für Einkäufe des täglichen Bedarfs weiterhin zu gewährleisten. Zweitens könnte der angespannte Mietwohnungsmarkt durch rund 90 innenstadtnahe Mietwohnungen entlastet werden. Und drittens würde somit endlich das dringend benötigte kommerzielle Kino für Eckernförde entstehen und so auch dem international anerkannten Naturfilmfestival Green Screen die sehnlich erwartete neue Spielstätte bringen.“

Der „Spezialbau Kino“ mit seiner technisch bedingten notwendigen Größe als mehrstöckiges Gebäude erforderte auch eine großvolumigere Architektur als die in der benachbarten, überwiegend kleinteilig gestalteten Altstadt, merkte der Bürgermeister vorsorglich an. „Will man an dieser Stelle ein neues Kino ermöglichen, muss man auch eine großvolumige Architektur akzeptieren oder man muss klar sagen, dass man dies an der Stelle nicht möchte.“


Problembeseitigung

Etwas ins Schlingern geraten ist die Bahnhofs-Planung vor etwa sechs Wochen. Zu dieser Zeit waren „bestimmte Probleme aufgetreten, die die Realisierung dieses Projektes zumindest etwas unsicherer haben erscheinen lassen“, sagte der Bürgermeister. Der Zugriff auf die benötigten Grundstücke sei noch nicht sichergestellt gewesen. „Hinzu kam die plötzliche Unter-Schutz-Stellung des Gebäudes Reeperbahn 52, die uns alle sehr überrascht hat.“ Und es seien auch noch Fragen der verkehrlichen Erschließung wie die Leistungsfähigkeit der Zubringerstraßen Reeperbahn und Schulweg mit zu klären. „An der Lösung dieser Probleme wird aktuell noch gearbeitet.“ Da das Gebäude neben der Pestalozzischule unverhofft unter Denkmalschutz gestellt worden ist und nicht abgebrochen werden darf, sei eine Umplanung unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes erforderlich, sagte Sibbel. „Dann muss das Projekt auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden“, so Sibbel. Die Vorstellung könnte bereits im September erfolgen, wenn die Abstimmungsgespräche mit dem Denkmalschutz positiv verlaufen.

„Im Moment glaube ich nicht, dass wir beim Kino über einen Plan B nachdenken müssen“, zeigte sich der Bürgermeister optimistisch. „Es sieht so aus, dass die Probleme, die das Projekt noch vor sechs Wochen haben unsicher erscheinen lassen, nach und nach erfolgreich abgearbeitet werden. Der Vorhabenträger hat die Absicht, das Gebäude im Sinne des Denkmalschutzes noch besser zu gestalten und es in den ursprünglichen, historischen Zustand ohne Anbau zurückzuversetzen.“

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