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Streik : Bahn trotzt Lokführer-Streik im Zwei-Stunden-Takt

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Zum Streikauftakt ist zwar jeder zweite Zug ausgefallen, die Fahrgäste erreichten ihre Ziele im Norden und Süden aber dennoch – im Zwei-Stunden-Takt. Der Soderfahrplan funktionierte. Die Fahrgäste waren zwar teilweise genervt, aber insgesamt entspannt.

Und sie fahren doch .... der Streik der Lokführergewerkschaft GdL hat gestern am Bahnhof Eckernförde zwar zu Zugausfällen geführt, doch die Deutsche Bahn hat es geschafft, auf der Schiene zwischen Kiel und Flensburg einen Zwei-Stunden-Takt aufrechtzuerhalten. Die Fahrgäste hatten also trotz Lokführerstreiks Anschluss nach Norden und Süden.

Und so war Suntke Redenius auch guter Dinge, während er am Bahnsteig auf seinen Zug nach Kiel wartete. Der in Ostfriesland lebende Fahrgast hatte seinen Sohn Harald in Eckernförde besucht und war auf dem Heimweg nach Emden. Die von seinem Sohn herausgesuchte Verbindung mit einem Direktzug von Kiel nach Bremen wurde Opfer des Streiks, jetzt ging’s etappenweise Richtung Heimat. Statt fünf war Suntke Redenius nun sieben Stunden unterwegs. „Der Streik hat mich kalt erwischt. Im nächsten Jahr komm ich mit dem Auto“, zog er seine persönlichen Konsequenzen aus dem Streik der Lokführer.

Die verunsicherten Fahrgäste konnten sich wieder einmal auf die klaren Ansagen am Fahrkartenschalter verlassen. Immer wieder war dort zu hören: Die Züge fahren im Zwei-Stunden-Takt, Richtung Flensburg immer um „10 nach“ an den geraden Stunden, nach Kiel um „49 nach“ an den ungeraden Stunden. Da diese Verbindungen sonst stündlich angeboten werden, fielen gestern 50 Prozent aller Direktverbindungen nach Flensburg und Kiel aus. Wenn sich an der Streikfront nichts ändert, wird das noch bis Sonntag so bleiben. Erfreulich für die Bahnkunden: von Kiel nach Hamburg fuhr die Bahn stündlich. Insgesamt funktionierte der Sonderfahrplan gut, viele Kunden haben sich entsprechend darauf eingestellt. Für die streikenden GdL-Lokführer waren Lokführer der großen Eisenbahnergewerkschaft EVG sowie nicht-organisierte Lokführer und selbst GdL-Lokführer eingesprungen, die mit dem Kurs ihrer Gewerkschaft nicht einverstanden sind.

Ingelore Ritzmann von der Bahnhofsmission hatte gestern wegen der auffallend leeren Züge – viele Fahrgäste hatten sich auf den Streik eingestellt und auf Pkw und Bus gesetzt – zwar weniger mit gehbehinderten Fahrgäste zu tun, dafür aber umso mehr als Informationsquelle für verunsicherte und genervte Fahrgäste. Zu ihnen gehörte auch Sarah Weichselgartner aus Rieseby. „Das ist schon nervig und dreist, was die Lokführer da abziehen“, sagte die 17-jährige Jungmannschülerin. Ihr Machtkampf werde auf dem Rücken der Berufspendler und Schüler ausgetragen.

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erstellt am 07.Nov.2014 | 06:44 Uhr

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