Neue Verhandlung : Bahn schaltet von rot auf grün: Gute Chancen fürs Bahnhofskino

Bahnhofsverkauf: Nach dem gestrigen Gespräch sieht es fürs Kino-Projekt wieder gut aus.
Foto:
1 von 2
Bahnhofsverkauf: Nach dem gestrigen Gespräch sieht es fürs Kino-Projekt wieder gut aus.

Für das Kino-Projekt am Bahnhof sieht es wieder gut aus. Bürgermeister Sibbel kehrte am Donnerstag zufrieden aus Hamburg zurück. Die Bahn will nun bis Ende März ein Kaufpreisangebot für das Bahnhofsgebäude vorlegen.

von
23. Januar 2015, 06:24 Uhr

Eckernförde | Die Deutsche Bahn hat gestern im Gespräch mit Eckernförder Bürgermeister Jörg Sibbel nach dessen Angaben deutliche Signale in Richtung Verkauf des Bahnhofsgebäudes gesendet. „Der Angelegenheit wird jetzt hohe Priorität eingeräumt“, sagte der Verwaltungschef, der nach der über einjährigen Hängepartie bei der Bahn vorstellig geworden ist, um sie zum Abschluss zu bringen. Sibbel war entschlossen und ergebnisoffen in das Gespräch gegangen und hätte der Ratsversammlung bei negativem Verlauf und weiterem Hinhalten empfohlen, einen Schlussstrich unter das Bahnhofsprojekt zu ziehen und Alternativstandorte für das geplante Kino-Center mit Einzelhandel und Freizeitangeboten zu suchen.

Das wird er nach dem „konstruktiven Gespräch“ nun nicht tun. Das Thema Bahnhofsverkauf an die Stadt Eckernförde mit anschließendem Neubau eines Kino-Centers sei offenbar seitens der Bahn „zur Chefsache“ erklärt worden, berichtete der Bürgermeister auf Anfrage unserer Zeitung. Denn seine Gesprächspartnerin war die Hamburger Niederlassungsleiterin, mit der er bislang in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen hatte. Sibbel führte diese Wertschätzung auf den aufgebauten öffentlichen Druck zurück, der nicht zuletzt durch die Eckernförder Zeitung aufgebaut worden sei. Seiner Kenntnis nach hätten auch die beiden Rendsburg-Eckernförder Bundestagsabgeordneten Sönke Rix (SPD) und Johann Wadephul (CDU) ihren Einfluss in Berlin geltend gemacht.

Der Bahn sei es nach Wahrnehmung Sibbels keineswegs egal, was mit dem Bahnhof in Eckernförde passiert. „Die Bahn hat ein großes Interesse daran, dass das Bahnhofsareal städtebaulich aufgewertet wird. Das ist auch im Interesse der Bahn, die sich durch die zusätzliche Frequenz auch mehr Fahrgäste verspricht“, sagte der Bürgermeister.

Die Bahn hatte die Stadtverwaltung am vergangenen Freitag per Mail um weitere Detailinformationen zur künftigen Nutzung des Bahnhofsgebäudes gebeten, die die Stadt dann auch umgehend am Mittwoch übermittelt hat. Diese würden jetzt von der Bahn ausgewertet, sagte Sibbel. Er erwartet nach dem gestrigen Gespräch, dass diese Informationen zu Abschlägen beim Kaufpreis führen werden, weil die Bahn offenbar erkenne, dass die Wertschöpfung bei einem Kino geringer sei als beispielsweise bei einer großen Einkaufs-Mall. Die Bahn habe angekündigt, das ersehnte Wertgutachten und ein verbindliches Kaufpreisangebot bis Ende März vorlegen zu wollen.

Gleichwohl habe er deutlich zu erkennen gegeben, dass die Bahn bei einem Nichtzustandekommen des Geschäfts auch keinen anderen Interessenten für das Gebäude finden werde, betonte Sibbel. Und falls die Bahn wider Erwarten die Frist bis Ende März nicht einhält oder die Preisvorstellungen zu weit auseinander liegen, werde die Stadt die Verhandlungen abbrechen, gab Sibbel seinen Hamburger Gesprächspartnern mit auf den Weg.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen