Bäume prägen das Stadtbild

              Dr. Heinrich   Mehl
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Dr. Heinrich Mehl

Teil 2 auf den Spuren Eckernförder Bäume / Bürger sollten ein wachsames Auge auf die alten, stattlichen Exemplare haben

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12. Juni 2014, 17:12 Uhr

Der starke Sturm im vergangenen Oktober und seine Schäden an Dächern und an der Vegetation haben viele Bürger Eckernfördes wieder daran erinnert, wie wichtig Bäume für unsere Stadt sind. Nicht nur große Eichen, Linden, Ahornbäume sind eine Bereicherung, sondern auch Eschen, Weiden, Vogelbeerbäume; sie haben, neben ihrer Schönheit, viele schützende und helfende Funktionen. Schon einmal brachte die Senioren-Seite einen Bericht über historische und schöne Bäume (EZ ). Diese Zeilen sind ein Teil II, geschrieben immer noch unter dem Eindruck von Tausenden von umgestürzten Bäumen rund um das Noor, im Schnellmarker Holz, in Eckernförde selbst.

Vor allem in Kleinstädten und auf dem Lande hatten Bäume früher große Bedeutung: Die Verbindungsstraßen zwischen den Dörfern waren von langen Baumreihen gesäumt, die den Fahrern von Kutschen und Wagen im Sommer Schatten spendeten, im Herbst Obst als Wegzehrung lieferten, im Winter Seitenwind abbremsten. Diese langen Alleen, so sagt man, haben sich nur dort erhalten, wo es keinen ADAC-Ortsverein gegeben hat (in Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel). Und selbstverständlich war es für einen Bauernhof, neben Mist und Güllengrube einen Baum zu setzen, der das Austrocknen des wichtigen Düngers verhinderte. Wenn uns beim Blick auf große Felder mittendrin eine Gruppe von zwei, drei Bäumen auffällt, dann haben wir eine zielgerichtete Pflanzung vor uns, deren Schatten die Weidetiere oder, in den Arbeitspausen, die Schnitter aufsuchen konnten.

Trotz großer Verluste durch Stürme und Neubauten - und auch durch Krankheiten - haben sich in Eckernförde noch viele bemerkenswerte Bäume erhalten. Ihre Existenz zu verteidigen, ist wichtige Pflicht des Beauftragten für Naturschutz und Landschaftsplanung der Stadt, Michael Packschies, und Aufgabe für alle umweltbewussten Bürger.

Der Autor dieses Beitrages nennt hier weitere seiner „Lieblingsbäume“:

>Seit über 100 Jahren prägen das Stadtbild zum Beispiel die Sommerlinde auf dem freien Platz hinter der ehemaligen Mühle Rau oder die beiden aus Kaukasien stammenden Nussbäume an der neuen Bauschule. Großartige Blickpunkte sind auch eine Gruppe von mächtigen Nadelbäumen an der Ecke Domstag/Auf der Höhe oder die beiden Blutbuchen zwischen den Villen von Architekt Wilhelm Kruckau in der Rendsburger Straße. Und der Autor liebt die bizarre Silhouette einer Hänge-Esche in der Schleswiger Straße, die seit langem gegen die Baumkrankheit „Schlauchpilz“ ankämpft.

Durch Baumaßnahmen gefährdet sind stattliche Bäume vor dem Borbyer Lindenhof, an der Ecke Gaethjestraße/Steindamm, am Mühlenberg und an anderen künftigen Baustellen. So manche Nachpflanzung – etwa im Innenhof der Alten Bauschule - können die gefällten Bäume niemals mehr ersetzen. Zudem sind der immerwährenden Angst von Bürgern und Verwaltung vor herunterfallenden Ästen in den letzten Jahren zahlreiche stattliche Bäume auf besondere Weise zum Opfer gefallen: Sie wurden, so wie am Dr. Carl Möller Platz, radikal beschnitten und so zu ewigen „Baumleichen“ im Stadtbild gemacht.



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