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Strandaufsicht : Badeverbot schlägt Wellen – Strandaufsicht im Fokus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Brodersby führt heute Klärungsgespräch mit Kappeln, GLC-Touristinfo und Ordnungsamt zur Badeaufsicht

Brodersby | Auch wenn jetzt drei Rettungsschwimmer gefunden wurden, die zumindest den südlichen Hauptstrand in Schönhagen täglich von 9 bis 18 Uhr bewachen, und so für die gesetzlich geforderte Badeaufsicht sorgen, so hat das vom Ordnungsamt Schlei-Ostsee zuletzt verhängte Badeverbot hohe Wellen geschlagen (wir berichteten).

Aus Anlass der Aktualität machte Ordnungsamtsleiter René Kinza Dienstagabend vor der Sitzung des Finanzausschusses den Ernst der Lage deutlich. „Badeverbot heißt Badeverbot, ohne Wenn und Aber“, sagte er und widersprach der Ansicht, Baden sei dann auf eigene Gefahr möglich. „Nein, ist es nicht“. Bei der jährlichen Badestellenabnahme war ihm die Lücke in der Besetzung der Badeaufsicht in Schönhagen aufgefallen. Zugleich schreibt die gültige Sondernutzungsgenehmigung für Brodersby vor, dass zwei Wachtürme mit zusammen mindestens vier Rettungsschwimmern zwischen 1. Juni und 15. September (9 bis 18 Uhr) besetzt sein müssen. Zugleich müssten entsprechende Signale mit Flaggen und Bällen den Bewachungsstatus am Strand signalisieren. Da derzeit nur drei DLRG-Rettungsschwimmer da sind, kann nur der südliche Hauptstrand mit Turm besetzt werden. Am nördlichen Badestrand gilt daher weiterhin ein Badeverbot, was Bürgermeister Christian Schlömer umgehend mit einem entsprechenden Schild bekannt gab. Ab dem 9. Juli werden ausreichend Rettungsschwimmer erwartet.

Die Strandaufsicht für Schönhagen wird bislang in Kooperation mit Kappeln für den Weidefelder Strand organisiert, wobei für den Bereich Schönhagen die Glücksburg Consulting Group (GLC) für den Personaleinsatz zuständig ist. Untergebracht sind die Rettungsschwimmer, vier für Schönhagen und vier für Kappeln, am Weidefelder Strand. Die Gemeinde Brodersby ist für die Ausstattung der Rettungsstation in Schönhagen zuständig, wie Bürgermeister Schlömer ergänzte.

Schlömer hat bereits Erkundigungen zur Anschaffung eines mobilen Wachturms samt Aufenthaltsraum im Untergeschoss eingeholt. Er rechnet mit Kosten von rund 8000 Euro für einen gebrauchten Turm. Zusätzlich sieht die Anordnung von Kinza vor, dass ein Rettungsboard, eine Sauerstoffbeatmungsanlage und ein Rettergurt zur Ausstattung des Turms gehören. Insgesamt rechnete der Ausschuss unter Leitung von Jürgen Thietje mit Kosten von rund 10  000 Euro, die im Nachtragshaushalt der Kurbetriebe Schönhagen eingestellt werden müssten. Ein Beschluss wurde noch nicht gefasst.

Über die Möglichkeit zu einer gemeinsamen Lösung wird heute Nachmittag bei einem Gespräch mit Beteiligten aus Kappeln, Brodersby, der GLC–Touristinfo Schönhagen und dem Ordnungsamt gesucht. Schlömer kündigte schon an, dass er ganz dringend eine Lösung wolle, damit so eine Situation nicht wieder eintrete. Das sei weder für ihn schön, weil er in der persönlichen Haftung stehe, noch sei es für den Ruf des Ortes gut. Notfalls müssten befristet Dienstleister beauftragt werden, um die Badeaufsicht zu gewährleisten. Schlömer hatte schon viele Anrufe von Vermietern bekommen, die eine Rückzahlung der Kurabgabe für die Zeit des Badeverbots forderten, doch darüber müsse noch beraten werden, stellte der Ausschuss fest.

Die Gemeinde ist auf jeden Fall an einer langfristigen Lösung interessiert, das wurde bei der Beratung deutlich. Zu sehr schade ein Badeverbot dem Standort, hieß es. Dazu sei es von Vorteil, einen DLRG-Ortsverband an den Ort zu binden, um so auch deren Identifikation zu stärken, berichtete Kinza. Dafür müsse der Aufenthalt aber auch attraktiv sein, damit die Rettungsschwimmer in ihrem Urlaub ehrenamtlich Badeaufsicht führten, stellte Kinza fest.

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erstellt am 30.Jun.2016 | 06:55 Uhr

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