Bad in Holzoptik - pflegeleicht und fugenlos

Hochglanz im Nassbereich: In der Dusche verwendete Jörn Göppert einen speziellen Schichtstoff.
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Hochglanz im Nassbereich: In der Dusche verwendete Jörn Göppert einen speziellen Schichtstoff.

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19. Oktober 2010, 07:07 Uhr

Osterby | Keine 20 Quadratmeter ist das Badezimmer der Göpperts aus Osterby groß, viele Schrägen und Dachbalken, da will jede Ecke von der sechsköpfigen Familie genutzt werden. Viel Zeit und Geld hat Jörn Göppert jetzt in die ungewöhnliche Renovierung des Zimmers hineingesteckt. Für den Tischlermeister war bei der Planung schnell klar, dass er möglichst alle Arbeiten selber übernehmen wollte. "Also entschied ich mich statt für die üblichen Fliesen für Holzwerkstoffe", sagt der 42-Jährige. Ein Badezimmer ganz in Holzoptik, das sei selten. "Das Fliesenverlegen wäre in dem Raum nicht einfach gewesen", so Göppert, viele Schrägen, Holzwerkstoffe würden da außerdem weitaus mehr Möglichkeiten bieten. Er befürchtete auch, dass Risse in den Fließen auftreten und besann sich daher auf seinen erlernten Beruf: das Tischlerhandwerk. Dabei begibt sich der Meister aus der Tischlerei am Bistensee in Alt Duvenstedt gerne mal auf Abwege und probiert sich an besonderen Ideen.

Das Badezimmer wurde komplett entkernt. Göppert versetzte Wände und das Fenster, verlegte Leitungen und Rohre, die Wände wurden neu gedämmt, um aus dem Minimalen das Maximale herauszuholen. "Mit einer Wasserwaage kam ich hier nicht weit", erzählt er von der Renovierung . So fanden schließlich auch Waschmaschine und Trockner Platz in dem neuen Badezimmer. Lange Zeit musste seine Familie sich mit einer Baustelle als Badezimmer begnügen, denn sein Job in der Tischlerei ging natürlich vor. Am Wochenende oder am Feierabend wurde dann zu Hause gewerkelt. Doch für sein ungewöhnliches Projekt nahm er dies gerne in Kauf.

Zwischen Holzständerwerk und OSB-Platten setzte Göppert an den Wänden eine Dämmschicht ein, anschließend Rigipsplatten, im Nassbereich den bewährten Schichstoff. Für den Fußboden verwendete der Osterbyer sechs Quadratmeter Laminat in Schieferoptik, lediglich beim Einbau der Fußbodenheizung holte er sich fachmännische Hilfe.

Auf Erfahrungswerte konnte Jörn Göppert nicht zurückgreifen. Eine Bäderplanung am Computer gab es nicht, der Osterbyer musste sich auf seine Kreativität und Vorstellung verlassen. en. Auch die Zahl der Anbieter für das erforderliche Material ist sehr begrenzt. Ein Stück der Hochglanz-Schichtstoffplatten, die in den Nassbereichen zum Einsatz kommen oder auch das Laminat unterzog er einem Langzeitest mit Wasser. "Test bestanden", stellte Göppert schließlich fest. Selbst dem sehr kalkhaltigen Osterbyer Wasser hielt das Material stand. "Nicht nur das", betont Göppert, das Material sei auch sehr pflegeleicht. Vor allem gibt gebe nun keine Fugen mehr, sagt Göppert. Auch viele Dekore stünden bei der Gestaltung zur Auswahl.

Allerdings sei das Badezimmer im Holz-Look auch im Vergleich zum gefliesten Raum teurer, die Arbeit deutlich aufwändiger. Bereut habe er seine Entscheidung aber nie. Es habe auch gezeigt, wie vielseitig, aber auch anspruchsvoll der Einsatz von Holzwerkstoffen sei.

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