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Eckernförder Zeitung

14. Dezember 2017 | 01:34 Uhr

B 76: Licht aus für Unfall-Gutachten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bundesstraße am Montagabend gesperrt / Gutachter messen, ob Autofahrer Fußgänger beim tödlichen Unfall im Oktober 2013 hätte sehen können

von
erstellt am 13.Apr.2016 | 06:15 Uhr

Nur schemenhaft sind die beiden Männer zu sehen, die auf der Ampelüberquerung B  76 Höhe Schulweg stehen. Eine Stunde war die Bundesstraße am Montagabend zwischen Kakabellenweg und Noorstraße gesperrt. Grund war die Rekonstruktion eines tödlichen Verkehrsunfalls. Am 9. Oktober 2013 hatte ein Autofahrer (22) auf der B  76 in Fahrtrichtung Carlshöhe zwei Männer (73 und 71) erfasst, die die Straße von der Kleingartenanlage kommend Richtung Schulweg überquerten. Der 73-Jährige starb noch an der Unfallstelle. Der Fall wird vor dem Amtsgericht Eckernförde verhandelt. Die wichtigste Frage, ob der Unfall hätte verhindert werden können, konnte das Gericht bis jetzt nicht beantworten. Zwecks Klärung des Sachverhaltes hatte das Gericht im März vergangenen Jahres ein lichttechnisches Gutachten in Auftrag gegeben.Unfallanalytiker der Dekra nahmen am Montag von 20.45 bis 21.45 Uhr entsprechende Messungen vor. Wetter und Lichtbedingungen ähnelten denen am 9. Oktober 2013.

In vier Abschnitten maßen Cornelia Uken, Diplom-Ingenieurin für Unfallanalytik der Dekra, und sieben weitere Mitarbeiter die damals herrschenden Lichtbedingungen für den Unfallfahrer, bei 30, 40, 50 km/h und der tatsächlich rekonstruierten Geschwindigkeit von 55 km/h. Mithilfe leuchtdichter Kameras wurden die Probanden vermessen, die die Unfallopfer simulierten. Zwei Fragen sollen nach der Auswertung der Messwerte geklärt werden können: Wie hell oder dunkel waren die Männer? Wie hell oder dunkel war die Umgebung zur Zeit des Unfalls. „Wir messen, wie hell ein Objekt ist“, erklärte Cornelia Uken. Fünf Punkte der Probanden wurden lichttechnisch erfasst: Kopf, Brust, Hüfte, Knie und Fuß. Gemessen wurde auch die unmittelbare Umgebung um diese fünf Körperteile herum, um aussagekräftige Werte zu erhalten. Alle Messungen wurden einmal mit und ohne Blendung durch andere Fahrzeuge durchgeführt, um Werte für alle denkbaren Situationen zu erhalten. Dem Gericht soll die Auswertung der Messergebnisse in zwei Wochen vorliegen.

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