Autorin bringt neuen Krimi-Helden nach Schönhagen

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05. März 2018, 06:27 Uhr

Jeder Stuhl besetzt. Voll war es am Freitag im „Café SeeStern“ und das, obwohl Anfang März die Strandsaison noch nicht eröffnet ist. Draußen peitschte der Wintersturm die Ostseewellen mit ganzer Wucht gegen den Strand, während drinnen im warmen Café 40 Besucher der Autorin Stefanie Ross gebannt lauschten. Die gebürtige Lübeckerin war auf Einladung der Touristinfo Schönhagen an die Ostsee gekommen, um aus ihrem Krimineuling „Das Schweigen von Brodersby“ zu lesen. Gerne war sie der Einladung gefolgt, denn im Grunde ist die Region an der Ostsee ihre zweite Heimat. „Meine Schwiegereltern leben hier, und bereits während meines Wirtschaftsstudiums an der Uni Kiel sind mein Mann und ich beinah jedes Wochenende hierher gefahren.“

Ross kennt sich in dem Landstrich zwischen Schlei und Ostsee beinah so gut aus wie die Einheimischen. Darum ist es für sie auch eine konsequente literarische Entscheidung gewesen, den Schauplatz ihrer jüngsten Krimireihe um den ehemaligen Elitesoldaten und Landarztneuling Jan Storm, der sich mit rätselhaften Todesfällen in seiner Wahlheimat konfrontiert sieht, nach Brodersby und die nahe Umgebung zu verlegen. Wie auch der Romanprotagonist ist Ross leidenschaftliche Motorradfahrerin: „Meine damalige Lieblingsmaschine habe ich in Karby gekauft“, verriet sie mit einem Glänzen in den Augen.

Und dennoch wird dem aufmerksamen Leser des Krimis, der bereits im letzten Sommer erschienen ist, aufgefallen sein, dass es im Roman einige topographische Ungenauigkeiten gibt. Ross erklärte dem Publikum, dass diese Ungenauigkeit bewusst der Fiktion im Roman geschuldet ist. „Es gibt ja nachher die Bösen und die Guten. Und weil das so ist, kann der Handlungsort nicht genau den gegebenen Realitäten entsprechen.“ Ross sei es nämlich schon passiert, dass während einer Lesung ein Publikumsgast immer wieder nachgefragt habe, ob der Täter nicht tatsächlich dem realen Menschen, wohnhaft in Straße XY, entspräche. Aus diesem Grund hatte sie anfänglich neben der Vorfreude auch ein wenig Angst, der Einladung nach Schönhagen zu folgen, erklärte Ross mit einem Lachen, denn „es gibt Leute, die nehmen es verdammt ernst mit der Ortsbeschreibung.“

Dass diese Angst unbegründet war, bestätigten ihr während der ausverkauften Lesung die Gäste. „Ich lese gerne Krimis, vor allem die von skandinavischen Autoren. Aber an ´Das Schweigen von Brodersby` gefällt mir, dass es in einer Landschaft spielt, die ich selbst sehr gut kenne. Da entstehen beim Lesen ganz andere Bilder vor dem innere Auge“, verriet Marie Hilken (22), aus Kappeln.

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