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Temposünder : Autofahrer machen Anwohner rasend

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nachbarn im Saxtorfer Weg wollen Geschwindigkeitskontrollen und 30er-Zone, weil viele Autofahrer zu schnell fahren.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2015 | 05:55 Uhr

Eckernförde | Anwohnern im Saxtorfer Weg reicht’s: Täglich rasen die Autos an ihren Häusern vorbei. „An die Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 km/h halten sich die wenigsten“, sagt Sandra Suhr, die dort seit zehn Jahren mit ihrer Familie in einem Einfamilienhaus wohnt. Die Autofahrer gefährdeten Leib und Leben von Fußgängern und verursachten zudem Lärm. „Das schränkt unsere Lebensqualität enorm ein“, so Sandra Suhr, die ihre Nachbarn hinter sich weiß. Vergangene Woche erst wurde ihre Katze von einem Auto totgefahren. Um die Autofahrer zum langsameren Fahren zu bewegen, hat die zweifache Mutter nun ein Schild am Straßenrand aufgestellt und mit der Polizei Kontakt aufgenommen.

Bereits 2008 ist Suhr schon einmal an die Polizei herangetreten. Damals habe man ihr mitgeteilt, dass man auf diesem Abschnitt des Saxtorfer Weges auf Höhe der Einfahrt zur Breslauer Straße nicht blitzen könne. Blumenkübel oder Verkehrsinsel zur Drosselung der Geschwindigkeit seien zudem auch keine Option. In einem ersten Schritt sei dann mit einer Geschwindigkeitsanzeige reagiert worden. „Daran hat sich aber niemand gehalten.“ Das Gegenteil sei der Fall gewesen, so Suhr. „Mit 100 Stundenkilometern fahren einige hier locker durch.“ Besonders prekär in ihren Augen: Durch die unmittelbare Nähe zur Fritz-Reuter-Schule sind viele Kinder zu Fuß oder mit Rad in der Straße unterwegs. Die Fritz-Reuter-Schule soll in naher Zukunft außerdem eine reine Grundschule werden. „Dann laufen hier nur noch die ganz kleinen Schulkinder über die Straße und es gibt keine größeren Kinder mehr, die auf sie aufpassen“, sagt auch Dennis Grebien, der seit acht Jahren mit seiner vierköpfigen Familie im Saxtorfer Weg wohnt.

Lösungen für das Raser-Problem gäbe es nach Auffassung der Anwohner durchaus. Dennis Grebiens Vorschlag: Ein Teilstück der Straße in eine 30er-Zone zu verwandeln, um ein bisschen Geschwindigkeit herauszunehmen – so wie man es in der Schleswiger Straße auch gemacht hat. „Wo ist der Unterschied zwischen dem Saxtorfer Weg und der Schleswiger Straße?“, fragt Sandra Suhr.

Den sieht Ordnungsamtsleiter Klaus Kaschke unter anderem darin, dass in der Schleswiger Straße ein Kindergarten und eine Schule in der Nähe sind inklusive einer Bushaltestelle, an der auch Schulbusse halten. Sandra Suhr sieht sich bestätigt: „Zwei Bushaltestellen, an denen Schüler aussteigen, haben wir in diesem Bereich auch.“

Klaus Kaschke hört von der Problematik seiner Auskunft nach zum ersten Mal. Nichtsdestotrotz bietet er den Betroffenen das Gespräch an und will sich auch mit der Polizei zusammensetzen und mögliche Lösungen beratschlagen. Als erste Maßnahme schlägt er die Installation einer Geschwindigkeits-Anzeigetafel vor. „Dadurch gewinnen wir auch Erkenntnisse über den Verkehr in der Straße generell.“ Diese Daten könnten später wichtig sein: „Wir können nicht ohne Grundlage die Geschwindigkeit herabsetzen. Das wird vom zuständigen Landesamt wieder einkassiert.“

Doch eine Geschwindigkeitsreduzierung ohne Kontrolle bringe gar nichts. Deshalb kann Sandra Suhr optimistisch sein: Nachdem sie die Polizei anrief, um ihren Unmut kundzutun, klingelte am vergangenen Freitag ein Mitarbeiter der zuständigen Behörde in Rendsburg an ihrer Tür, der sich ein Bild von der Lage vor Ort machte und in Aussicht stellte, dass Anfang des nächsten Schuljahres geblitzt werden soll.

 

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